„Hedge-Fonds mit klassischen Fonds kombinieren“
Illiquidität sei das größte Problem, an dem die Hedge-Fonds in der Finanzkrise gescheitert sind, ist Hans-Olov Bornemann überzeugt. Wie man eine siebenstündige Zugreise produktiv nutzen kann und wie ein Hedge-Fonds „light“ funktioniert, das erklärt der Deutsch-Schwede im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com. Bornemann leitet das Global Quant Team von SEB Asset Management in Stockholm und managt den zurzeit sehr erfolgreichen Long-Short-Fonds SEB Asset Selection (WKN: A0J4TG).
DAS INVESTMENT.com: Im Krisenjahr 2008 hat der von Ihrem Team gemanagte Fonds SEB Asset Selection eine Rendite von 24,5 Prozent erzielt. Was ist Ihr Geheimnis?
Hans-Olov Bornemann: Richtige Allokationsentscheidungen und vor allem ein anlegerfreundliches Fondskonzept.
DAS INVESTMENT.com: Was verstehen Sie darunter?
Bornemann: Da muss ich etwas weiter ausholen. Auf einer siebenstündigen Zugfahrt im Frühjahr 2005 hatten wir uns überlegt, wie man Hedge-Fonds mit klassischen Fonds kombinieren kann. Schließlich haben beide ihre Vor- und Nachteile.
DAS INVESTMENT.com: Und diese wären?
Bornemann: Hedge-Fonds wollen – ganz banal – Geld verdienen, auch an fallenden Kursen. An klassischen Fonds schätzen Anleger dagegen die tägliche Bewertung, die Möglichkeit, täglich in den Fonds ein- und wieder auszusteigen, sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Der größte Risikofaktor, an dem Hedge-Fonds letztendlich im Zuge der Finanzkrise gescheitert sind, ist ihre Illiquidität. Durch diese Überlegungen sind wir auf die Idee gekommen, einen UCITS-III-Fonds mit Hedge-Fonds-Elementen aufzulegen, also eine Art Hedge-Fonds „light“, bei dem täglich verfügbare Liquidität sowie die Möglichkeit, börsentäglich in den Fonds ein- und wieder auszusteigen, groß geschrieben sind.
DAS INVESTMENT.com: Das reicht aber nicht, wenn die Performance nicht stimmt.
Bornemann: Wir haben ein quantitatives Modell entwickelt, das auf fundamentalen, technischen und verhaltensorientierten Faktoren basiert. Auch historische Daten werden hinzugezogen und analysiert. Denn nur die wenigsten Ereignisse sind wirklich neu, die meisten sind schon mal oder zumindest in einer ähnlichen Form in der Vergangenheit aufgetreten, das trifft auch auf die aktuellen Ereignisse zu. Die Anlageempfehlungen des Modells werden strikt befolgt, das hat sich bisher ausgezahlt.




















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