Blackrock-Fondsmanager Nigel Bolton: „Bis Mitte 2010 mache ich mir keine Sorgen“
Nigel Bolton arbeitet seit 25 Jahren in der Investmentindustrie und leitet seit 2008 das europäische Aktienteam von Blackrock in Edinburgh. Persönlich betreut er unter anderem den Blackrock European Focus Fund, den aktuellen Tabellenführer der Deutschen Fondsliga. Mit DAS INVESTMENT.com spricht der Leeds-United-Fan über sein Leben in der Fußball-Diaspora und die weiteren Aussichten an den europäischen Aktienmärkten
DAS INVESTMENT.com: Ihr Lieblingsclub Leeds United ist in den vergangenen Jahren ähnlich steil abgestürzt wie die internationalen Finanzmärkte und spielt heute nur noch in der Dritten Liga. Ist an der einst gefürchteten Elland Road allmählich die Talsohle erreicht?
Nigel Bolton: Ich bin sehr zuversichtlich, dass das aktuelle Team nach den Jahren des Niedergangs jetzt die Kurve bekommt. Mit 14 aufeinander folgenden Heimsiegen hat die Mannschaft gerade einen neuen Vereinsrekord aufgestellt, in der englischen Football League One stehen wir derzeit auf dem zweiten Platz. Die Chance, dass Leeds United nächstes Jahr in die Football League Championship aufsteigt und irgendwann auch wieder in die Premier League zurückkehrt, ist also durchaus da.
DAS INVESTMENT.com: Ist es nicht ziemlich hart, in Schottlands Hauptstadt Fan eines drittklassigen Vereins aus Nordengland zu sein?
Bolton: Mit meiner Leidenschaft stehe ich hier natürlich ziemlich allein, das ist klar. Die meisten meiner Mitarbeiter sind Fans der beiden Lokalrivalen Hibernian Edinburgh und Heart of Midlothian, oder sie jubeln für Celtic Glasgow oder die Glasgow Rangers. Überhaupt ist der schottische Fußball ganz anders als der englische. Aber damit komme ich zurecht.
DAS INVESTMENT.com: In manchen Dingen anders zu sein als die meisten anderen – ist das etwas, das Ihnen bei Ihrer täglichen Arbeit als Fondsmanager hilft?
Bolton: Ich glaube schon. Ich spiele gern die Rolle eines Contrarian und bin damit in der Vergangenheit auch ganz gut gefahren. Davon abgesehen schadet es bestimmt nicht, die internationalen Finanzmärkte von Edinburgh aus zu betrachten und nicht aus der City von London heraus. Das schafft Abstand und schärft den Blick für das Wesentliche. Beides hat uns 2008 und auch in den vergangenen Monaten sehr geholfen.






















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