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04.05.2010 11:08
Rubrik: Fonds

Fonds-Fusion: Verbraucherschützer prüfen Klage gegen Commerzbank-Tochter

Quelle: Fotolia

Der Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz (AAA) prüft derzeit eine Klage gegen die Verschmelzung des offenen Immobilienfonds Hausinvest Global (WKN 254473) mit dem Hausinvest Europa (WKN 980701).

Hintergrund: Die Commerzbank-Immobilientochter Commerz Real hatte im März dieses Jahres mitgeteilt, dass die beiden Fonds zum Stichtag 30. September 2010 zusammengelegt werden. Der erst 2003 aufgelegte Hausinvest Global hatte in den vergangenen Monaten starke Mittelabflüsse verzeichnet, die Liquiditätsquote sank  auf rund zwölf Prozent. Beim Hausinvest Europa liegt die Quote bei 27 Prozent. Die hohe Liquiditätsbasis des Hausinvest Europa könne wegen der geografischen Begrenzung auf Europa nicht voll für Investitionen ausgeschöpft werden, beim Hausinvest Global hingegen sei wegen auf absehbare Zeit ausbleibender Zuflüsse keine Zunahme der Liquiditätsquote zu erwarten, um die Chancen der Wachstumsmärkte zu nutzen, begründet Commerz Real die Fusion.

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Der Aktionsbund bezweifelt, dass die Verschmelzung beider Fonds „das beste aus zwei Welten“ zusammenführt, wie Commerz Real-Vertriebsvorstand Erich Seeger die Fusion kommentierte. So kritisiert etwa AAA-Vorstand Thomas Lippert, dass die Zusammenlegung beider Fonds Nachteile für die Anleger des Hausinvest Europa mit sich bringe: „Mehr als die Hälfte des Hausinvest Global-Portfolios befinden sich in Singapur, Kanada und Japan, in diesen Ländern laufen hohe Prozentsätze der Mietverträge in diesem und im kommenden Jahr aus.“ Es stelle sich die Frage, ob die Anleger des solider aufgestellten Hausinvest Europa die Vermietungsprobleme des Schwesterfonds übernehmen sollten.

Lipperts Vorstandskollegin Kerstin Kondert moniert zudem, dass die hohe Gebührenbelastung des Hausinvest Global in der Vergangenheit sehr hoch gewesen sei, das Problem werde mit der Fusion nun auf den Hausinvest Europa übertragen. So würden künftig um 50 Prozent höhere Kosten beim Kauf von Immobilien außerhalb Europas anfallen. „Diese Kostensteigerung ist nicht berechtigt“, sagt Kondert.

A-Vertragsanwalt Wolfgang Schirp prüft derzeit, ob gegen die Verschmelzung vorgegangen werden soll. Ein besonderes Augenmerk gelte dabei der Commerzbank: „Als Depotbank muss sie die Fonds kontrollieren und ausschließlich die Interessen der Anleger wahrnehmen. Wir werden sehr sorgfältig darauf achten, dass das geschieht, und zwar gerade auch im Hausinvest Europa. Andernfalls müssten wir rechtliche Abhilfe schaffen.“

Der Hausinvest Europa wurde 1972 aufgelegt und hat ein Volumen von rund 10,9 Milliarden Euro. Der Hausinvest Global startete 2003 und hält aktuell Immobilien in elf Ländern, gut 20 Prozent des Portfolios stecken in europäischen Objekten. Mit der Zusammenlegung bringt der Hausinvest Europa rund zwölf Milliarden Euro auf die Waage und wird in 19 Ländern weltweit investiert sein, davon 87 Prozent in Europa und 13 Prozent in Asien und Nordamerika. Künftig soll die Quote von Investments außerhalb Europas bei maximal 15 Prozent liegen, heißt es von Commerz Real.

Von: Claudia Lindenberg

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