„Der Gesetzgeber verhält sich wie ein Elefant im Porzellanladen“
Wolfgang Schäuble will die Anbieter offener Immobilienfonds an die kurze Leine legen. Der Diskussionsentwurf des Bundesfinanzministers sieht harte Einschnitte für die krisengeschüttelte Branche vor. DAS INVESTMENT.com schickte die Pläne beim Fondsanalysten Björn Drescher auf den Prüfstand.
DAS INVESTMENT.com: Wie glücklich sind Sie mit dem Diskussionspapier aus dem Hause Schäuble?
Björn Drescher: Eher unglücklich. Es ehrt zwar den Gesetzgeber, dass er etwas gegen die bisherigen Probleme innerhalb der Assetklasse unternehmen will. Aber dieser Entwurf schießt definitiv übers Ziel hinaus.
DAS INVESTMENT.com: Gehen wir die Änderungspläne einmal durch. Statt täglich sollen Anteile künftig frühestens nach zwei Jahren Haltedauer zurückgegeben werden können. Außerdem soll der Verkauf künftig mit einer Kündigungsfrist zwischen sechs und 24 Monaten angemeldet werden. Was halten Sie davon?
Drescher: Das ist in die richtige Richtung gedacht, führt aber letztlich zu einer Entmündigung der Anleger. Welcher Privatanleger kann denn schon so weitsichtig planen? Hinzu kommt, dass Immobilienfonds bisher in Wellen ge- und verkauft wurden. Dass es punktuell zu massiven Rückflüssen käme, wäre auch mit einer langen Kündigungsfrist nicht zu ändern, immerhin hätten die Gesellschaften dann eher Kenntnis davon und könnten sich früher darauf einstellen.
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DAS INVESTMENT.com: Und wie bewerten Sie die zusätzliche Einschränkung, dass Anteile künftig nur noch zweimal pro Jahr aus- oder zurückgegeben werden können?
Drescher: Das geht entschieden zu weit und wäre zudem natürlich das Todesurteil für Spar- und Entnahmepläne. Man sollte nicht vergessen, dass die Gesellschaften Tausende Entnahmepläne führen. Wie soll das dann künftig funktionieren?
DAS INVESTMENT.com: Außerdem soll die Liquiditätsquote von der Kündigungsfrist abhängen. Bei zwölf Monaten Rückgabefrist soll sie bei zehn Prozent liegen, bei 18 Monaten sollen fünf Prozent reichen? Ist das der richtige Weg, um das Liquiditätsproblem in den Griff zu kriegen?
Drescher: Auch hier würde ich sagen, richtig gedacht, falsch gemacht. Es macht zwar durchaus Sinn, die Höhe der Liquiditätsquote an die Rückgabefrist zu koppeln. Ein Problem kann man damit allerdings nicht aus der Welt schaffen, wie es 2008 zu beobachten war: Damals mussten auch Fonds mit einer Liquiditätsquote von 30 Prozent dichtmachen, weil sie viele institutionelle Kunden hatten, die dann große Summen abzogen.























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