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06.08.2010 16:41
Rubrik: Fonds

BVI-Statistik: Fondsbranche mit dickem Absatzplus

3,2 Milliarden Euro flossen der Investmentbranche im Juni per Saldo zu. Das ist zwar weniger als im Mai. Es gab aber schon deutlich Schlimmeres zu melden. Zudem sind die Zahlen, die der Investmentverband BVI vorgelegt hat, sehr erklärungsbedürftig und in Wirklichkeit besser, als sie ohnehin schon aussehen.

Die Widersprüche beginnen schon bei den großen Kategorien: Aus Publikumsfonds flossen netto 2,8 Milliarden Euro ab. Den Spezialfonds, die nur für institutionelle Anleger gedacht sind, flossen dagegen 3,9 Milliarden Euro zu. In Verwaltungsmandate außerhalb von Investmentfonds investierten Anleger 2,0 Milliarden Euro. Macht insgesamt ein durchaus beachtliches Plus von 3,2 Milliarden Euro.

Riesenabfluss bei zwei Fonds

Und auch die Publikumsfonds waren nicht so erfolglos, wie es auf den ersten Blick scheint. So flossen im Juni aus Aktienfonds zwar insgesamt 4,7 Milliarden Euro ab. Das liegt aber nur an zwei einzelnen Indexfonds (ETF), die den Dax abbilden: Der ETFlab Dax ETF (WKN: ETFL01) und der iShares Dax (WKN: 593393) verloren insgesamt 5,3 Milliarden Euro. Da ETFs in Deutschland hauptsächlich von institutionellen Anlegern genutzt werden, ist der Privatanleger am scheinbaren Juni-Debakel also nicht Schuld. Alle restlichen Aktienfonds haben per Saldo rund 600 Millionen Euro eingesammelt.

Dass Geldmarktfonds mit minus 1,4 Milliarden Euro einen weiteren schwachen Monat hinlegten, ist noch immer dem niedrigen Zinsniveau geschuldet. Bemerkenswert sind dagegen die Zuflüsse in Rentenfonds in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Ein Großteil davon ging in Dollar-notierte Anlagen – Anleger flohen aus dem Euro. Und die offenen Immobilienfonds haben sich nach dem starken Ausverkauf im Mai etwas stabilisiert und 250 Millionen Euro eingesammelt.

Trotzdem sank das verwaltete Vermögen aufgrund von Wertverlusten im Juni von 1,76 auf 1,75 Billionen Euro.

Das erste Halbjahr schließt die Fondsbranche mit Zuflüssen von 40,5 Milliarden Euro ab. Derart erfreuliche Zahlen gab es zuletzt 2007 – also vor der Finanzkrise. Damals waren es 52,7 Milliarden Euro.

Den größten Marktanteil bei den Publikumsfonds hat in Deutschland weiterhin die DWS mit einem Fondsvermögen von 142,7 Milliarden Euro. Es folgt die Deka mit 101,9 Milliarden Euro, aber Abflüssen von 4,1 Milliarden Euro im ersten Halbjahr. Auf Platz 3 liegt Allianz Global Investors mit Mittelzuflüssen von 7,6 Milliarden Euro und einem Vermögen von 92,0 Milliarden Euro, gefolgt von Union Investment mit 83,4 Milliarden Euro. Hier hatten Anleger per Saldo 2,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr abgezogen.

Von: Andreas Scholz

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