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Immobilienfonds in der Krise

Bewegende Zeiten für offene Immobilienfonds und ihre Investoren: Aussetzung von Anteilsrücknahmen, Fondsschließungen und neue Gesetze. Alles, was Sie wissen müssen.

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Wo haben beliebte Fonds aus stark nachgefragten Anlagekategorien Stärken und Schwächen, und wie sind ihre Manager aktuell aufgestellt? Wir geben die Antworten!

05.10.2010 17:13
Rubrik: Fonds

Immobilienfonds-Chaos: "Danke, Commerzbank, ganz toll gemacht"

Foto: Getty Images

Post aus Sankt Augustin: Der Fondsexperte Björn Drescher hat sich dem Immobilienfonds-Chaos der vergangenen Tagen – rund um den AGI Premium Management Immobilien Anlagen – nochmal angenommen und ordnet die Geschehnisse ein. Zum Fazit braucht es derzeit Ironie.

Die vergangenen Wochen waren nicht dazu geeignet, die angespannte Lage bei den offenen Immobilienfonds zu verbessern.

Die Aussetzung der Anteilsrücknahme beim Immobiliendachfonds AGI Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA) (DE000A0ND6C8), die angekündigte Auflösung des KanAm US Grundinvest (DE0006791817)  und eine erste außergerichtliche Einigung in Sachen Morgan Stanley P2 Value (dessen Zukunft ebenfalls ungewiss bleibt) zwischen einer Kundin der Commerzbank und ihrem Institut geben einen Vorgeschmack auf die nähere Zukunft in diesem Segment (dazu auch: Immobilienfonds von Morgan Stanley startet Ausverkauf).

Schicksalswochen für Immobilienfondsindustrie

Die nächsten Wochen und Monate werden für die offene Immobilienfondsindustrie in Deutschland so oder so schicksalhaft sein. Und es ist erschreckend zu beobachten, mit welcher Leichtfertigkeit einzelne Marktteilnehmer den Ruf einer ganzen Asset-Klasse riskieren.

Zunehmend stärker drängt sich der Eindruck auf, dass im Zuge der Krise bei den offenen Immobilienfonds nicht nur die Anlageform, also die Verpackung, das Konstrukt „offener Immobilienfonds“ in der Gunst der Anleger sinkt, sondern damit abseits eigener Wohnimmobilien oder fremdgenutzten Wohneigentums auch die Anlageform „Immobilien“ zunehmend mehr gemieden wird (zum Themen-Special: Immobilienfonds in der Krise).

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Eine Entwicklung, die umso unglaublicher ist, als die Anleger den „Real Assets“ angesichts ihrer Verunsicherung bezüglich des allgemeinen Kapitalmarkt-Szenarios eigentlich aufgeschlossen gegenüberstehen.

Der Fall "Allianz Global Investors Premium Management Immobilien Anlagen"

Die Leichtfertigkeit des Handelns zeigte sich bisher an keiner Stelle besser, als an der Schließung des Allianz Global Investors Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA). Mit Blick auf die Abgeltungssteuer empfahlen viele Berater der Commerzbank im Jahr 2008 einen Tausch aus dem zum Konzernverbund gehörenden Hausinvest Europa in den damals ebenfalls bei der Cominvest domizilierten Immobiliendachfonds PMIA.

Wie in der Bankenbranche üblich, erfolgten die Transaktionen in der Regel zum vollen oder zumindest anteiligen Ausgabeaufschlag. In der Folge entstand der größte Immobiliendachfonds der Branche (allein im Mai 2008 wurden 1,2 Mrd. Euro geswitcht), der unter anderem mehrere hundert Millionen Euro in den offenen Immobilienfonds der CommerzReal anlegte, namentlich im Hausinvest Europa und im Hausinvest Global.

Im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank ging die Cominvest in der Folgezeit an den Allianzkonzern über, der Exklusiv-Vertrieb des Dachfonds oblag indes weiterhin der Commerzbank.

Die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds veranlasste die CommerzReal zur Fusion ihrer beiden offenen Immobilienfonds, die Anfang Oktober vollzogen werden konnte.

Fortsetzung auf Seite 2...

gerhard , 06-10-10 11:50:
Hallo,
offensichtlich werden bei der CB die Kunden in mind. zwei Kategorien eingeteilt.
Der einen Kategorie wird bis
zum 24.9. der Verkauf der PMIA-Anteile geraten u.der
anderen erst am 27.9.. So
bleiben diese auf ihren Fonds-Anteilen sitzen.
rainer Faste, 06-10-10 20:09:
... schön, dass es diese Möglichkeit gibt, auf gravierende Missstände so hinzuweisen wie es Björn Drescher tat. Erst holt die CommerzReal die Commerzbank-Kunden mit 5 % Ausgabeaufschlag in den hausinvest europa, dann drängt sie diese ab Mai 2008 mit dem hirnrissigen Argument der drohenden Abgeltungssteuer in ihren Dachfonds,natürlich wieder mit Ausgabeaufschlag und obwohl die Abgeltungssteuer bei offenen Immofonds weitgehend zu vernachlässigen ist. Die höheren Verwaltungskosten des Dachfonds waren wohl zu verlockend. In 2010 stuft sie dann den mittlerweile zur Allianz gehörenden Dachfonds als "unattraktiv" ein (was zutrifft) und holt die Anleger wieder in den hausinvest zurück, natürlich auch diesmal wieder mit Ausgabeaufschlag. Großzügig wie deutsche Banken nun mal sein können, reduziert sie diesen diesmal auf 3 %. An einem einzigen Tag fließen ca 520 Mio aus dem Dachfonds mit 3 % Ausgabeaufschlag in den hausinvest zurück - macht ca. 15 Mio Ausgabeaufschlag-Einnahme. Drei Fragen drängen sich mir auf: Was muss eigentlich noch passieren, bis Anleger aufwachen und sich das nicht mehr gefallen lassen? Was sagt die Bafin zu diesem Vewrhalten einer staatlichen Bank? Und schließlich: Wieso duldet die Bafin die Schließung des Allianz-Dachfonds?
Ein Geplagter , 08-10-10 11:10:
Hallo zusammen,

ich kann mich rainer Faste nur anschließen und Björn Drescher für diesen sehr guten, investigativen Artikel danken. Auch die bisherigen Kommentare kann ich voll unterstreichen. Ich bin selbst Commerzbank-Kunde und habe den ganzen Verlauf miterlebt. Ich beschäftige mich altersbedingt erst seit knapp 3 Jahren mit Anlageentscheidungen und bin froh, dass ich seitdem viel lernen und mir aneignen konnte und bald der Commerzbank den Rücken kehren werde.
Bernd Schimmel, 09-10-10 21:57:
Hallo Geplagter,
schließe mich Ihnen an und werde auch der
Commerzbank den Rücken
kehren!
In der Hoffnung,daß
solch einem verbraucherfeindlichen
Unternehmen nicht nochmals 18 Miliarden
unserer Steuergelder
zur Verfügung gestellt
werden,die dann dazu genutzt werden,uns die Steuerzahler abzuzocken!
Ich hoffe,daß wir nicht die einzigen Kunden dieser Bank sind,die das Rückenkehren umsetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Schimmel
K. Neubacher, 12-10-10 19:27:
Ich kann den letzten Kommentaren nur zustimmen. Meine Mutter (79)hat ihr ganzes Geld in diesen PMIF gesteckt, laut Berater der CB, "da kriegen wir mehr Zinsen"(man bekommt ja auch bei jedem Abschluss eine nette Prov.), nicht mal jetzt nach der Schließung des Fonds wurden wir richtig aufgeklärt. Sie wurde auch erst am 27.9.10 informiert und da ging ja nichts mehr, jetzt heißt es nur, wir sollen uns beruhigen, das wird schon. Jedenfalls werden auch wir der CB den RÜCKEN kehren.
MfG
K.Neubacher
BEA , 13-10-10 10:12:
Ja, stimmen den letzten Kommentaren zu. Werde auf jeden Fall langsam aber sicher der CB den Rücken kehren. Von der Schließung des Fonds wurde ich gestern (12.10.10) mit Brief vom 11.10.10 informiert, also keine Chance zu reagieren. Super CB!! Auf Kleinanleger wird eh keine Rücksicht genommen, die Berater denken eh nur an ihre Provision.
Gisela Hensel, 13-10-10 16:38:
Kann allen Kommentaren zustimmen, bin ebenfalls"gut" beraten worden, Soll mir keine Sorgen machen,gut gesagt. Werde meine Kosequenzen ziehen .
Linde , 15-10-10 22:28:
Wir sind ebenfalls Geschädigte der CB,überlegen, ob wir gegen die CB klagen
Gerd , 19-10-10 16:20:
Genau das gleiche Spiel, die "Beraterin": "Gute Rendite und super sicher!"Aussage im August, wo schon lange der "Verfall" abzusehen war, oder zumindest ein hohes Risiko bestand...unglaublich!
CB auf Widersehen!
Übrigens: Der Rechtsschutz übernimmt häufig solche Fälle (wie bei uns)--> Falschberatung!

Gruss und viel Glück an alle Opfer
Renate , 14-11-10 19:52:
Ich kann allen nur zustimmen, auch meine Eltern sind in diesem Fall auf die Bank hereingefallen, die wie man ja lesen kann durch Beratung zum Ausstieg an dieser Misere Massgeblich beteiligt war, indem Sie den Großen Anlegern empfohlen hat mit verringertem Ausgabeaufschlag in Hausinvest umzusteigen. Auch wir werden wahrscheinlich Klagen. Es wäre vielleicht Sinnvoll Geschädigte zu sammeln und über deren Rechtschutzversicherungen evtl. eine Musterklage anzustreben. Habe morgen Banktermin, da diese sog. Berater in unserem Fall auch noch ohne jegliche Nachprüfung bestätigt haben, dass sich meine Eltern, 83 und 84 Jahre, in allen Anlagebereichen bestens auskennen und Anlagen unter einem Langfristigen Anlagehorizont wünschen "Pure Unverschämtheit.

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