Immobilienfonds-Chaos: "Danke, Commerzbank, ganz toll gemacht"
Post aus Sankt Augustin: Der Fondsexperte Björn Drescher hat sich dem Immobilienfonds-Chaos der vergangenen Tagen – rund um den AGI Premium Management Immobilien Anlagen – nochmal angenommen und ordnet die Geschehnisse ein. Zum Fazit braucht es derzeit Ironie.
Die vergangenen Wochen waren nicht dazu geeignet, die angespannte Lage bei den offenen Immobilienfonds zu verbessern.
Die Aussetzung der Anteilsrücknahme beim Immobiliendachfonds AGI Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA) (DE000A0ND6C8), die angekündigte Auflösung des KanAm US Grundinvest (DE0006791817) und eine erste außergerichtliche Einigung in Sachen Morgan Stanley P2 Value (dessen Zukunft ebenfalls ungewiss bleibt) zwischen einer Kundin der Commerzbank und ihrem Institut geben einen Vorgeschmack auf die nähere Zukunft in diesem Segment (dazu auch: Immobilienfonds von Morgan Stanley startet Ausverkauf).
Schicksalswochen für Immobilienfondsindustrie
Die nächsten Wochen und Monate werden für die offene Immobilienfondsindustrie in Deutschland so oder so schicksalhaft sein. Und es ist erschreckend zu beobachten, mit welcher Leichtfertigkeit einzelne Marktteilnehmer den Ruf einer ganzen Asset-Klasse riskieren.
Zunehmend stärker drängt sich der Eindruck auf, dass im Zuge der Krise bei den offenen Immobilienfonds nicht nur die Anlageform, also die Verpackung, das Konstrukt „offener Immobilienfonds“ in der Gunst der Anleger sinkt, sondern damit abseits eigener Wohnimmobilien oder fremdgenutzten Wohneigentums auch die Anlageform „Immobilien“ zunehmend mehr gemieden wird (zum Themen-Special: Immobilienfonds in der Krise).
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Eine Entwicklung, die umso unglaublicher ist, als die Anleger den „Real Assets“ angesichts ihrer Verunsicherung bezüglich des allgemeinen Kapitalmarkt-Szenarios eigentlich aufgeschlossen gegenüberstehen.
Der Fall "Allianz Global Investors Premium Management Immobilien Anlagen"
Die Leichtfertigkeit des Handelns zeigte sich bisher an keiner Stelle besser, als an der Schließung des Allianz Global Investors Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA). Mit Blick auf die Abgeltungssteuer empfahlen viele Berater der Commerzbank im Jahr 2008 einen Tausch aus dem zum Konzernverbund gehörenden Hausinvest Europa in den damals ebenfalls bei der Cominvest domizilierten Immobiliendachfonds PMIA.
Wie in der Bankenbranche üblich, erfolgten die Transaktionen in der Regel zum vollen oder zumindest anteiligen Ausgabeaufschlag. In der Folge entstand der größte Immobiliendachfonds der Branche (allein im Mai 2008 wurden 1,2 Mrd. Euro geswitcht), der unter anderem mehrere hundert Millionen Euro in den offenen Immobilienfonds der CommerzReal anlegte, namentlich im Hausinvest Europa und im Hausinvest Global.
Im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank ging die Cominvest in der Folgezeit an den Allianzkonzern über, der Exklusiv-Vertrieb des Dachfonds oblag indes weiterhin der Commerzbank.
Die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds veranlasste die CommerzReal zur Fusion ihrer beiden offenen Immobilienfonds, die Anfang Oktober vollzogen werden konnte.
Fortsetzung auf Seite 2...























offensichtlich werden bei der CB die Kunden in mind. zwei Kategorien eingeteilt.
Der einen Kategorie wird bis
zum 24.9. der Verkauf der PMIA-Anteile geraten u.der
anderen erst am 27.9.. So
bleiben diese auf ihren Fonds-Anteilen sitzen.
ich kann mich rainer Faste nur anschließen und Björn Drescher für diesen sehr guten, investigativen Artikel danken. Auch die bisherigen Kommentare kann ich voll unterstreichen. Ich bin selbst Commerzbank-Kunde und habe den ganzen Verlauf miterlebt. Ich beschäftige mich altersbedingt erst seit knapp 3 Jahren mit Anlageentscheidungen und bin froh, dass ich seitdem viel lernen und mir aneignen konnte und bald der Commerzbank den Rücken kehren werde.
schließe mich Ihnen an und werde auch der
Commerzbank den Rücken
kehren!
In der Hoffnung,daß
solch einem verbraucherfeindlichen
Unternehmen nicht nochmals 18 Miliarden
unserer Steuergelder
zur Verfügung gestellt
werden,die dann dazu genutzt werden,uns die Steuerzahler abzuzocken!
Ich hoffe,daß wir nicht die einzigen Kunden dieser Bank sind,die das Rückenkehren umsetzen!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Schimmel
MfG
K.Neubacher
CB auf Widersehen!
Übrigens: Der Rechtsschutz übernimmt häufig solche Fälle (wie bei uns)--> Falschberatung!
Gruss und viel Glück an alle Opfer
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