Wieder ein Immobilienfonds: Degi Europa wird aufgelöst

Degi Europa: Alles muss raus. Insgesamt 14 Objekte in sechs
Ländern wurden veräußert bzw. stehen zum Verkauf.
Der offene Immobilienfonds Degi Europa (WKN: 980780) verschwindet. Ursprünglich sollte er bis spätestens 30. Oktober wieder geöffnet sein. Nun bestehe jedoch die Gefahr, dass die erreichte Liquiditätsquote von über 30 Prozent nicht reichen könne, um sämtliche Rückgabewünsche der Anleger zu bedienen, heißt es von Aberdeen Asset Management.
Bei Aberdeen führt man das unter anderem auf das angespannte Marktumfeld zurück. In den vergangenen Wochen haben zwei weitere Fonds vorübergehend die Anteilscheinrücknahme ausgesetzt, ein offener Immobilienfonds hat seine Auflösung angekündigt (Mehr zum Thema im Special "Immobilienfonds in der Krise").
Ebenfalls eine Rolle spielt laut Aberdeen, dass seit Schließung des Fonds Anteile im Wert von knapp 400 Millionen Euro zu überdurchschnittlichen Abschlägen an der Börse gehandelt wurden.
Man gehe davon aus, dass diese Börseninvestoren bei Öffnung des Fonds ihre Anteile zur Rückgabe vorlegen würden. Das Nettofondsvermögen beträgt aktuell rund 1,3 Milliarden Euro.
Anleger bekommen ihr Geld in halbjährlichen Raten. Eine erste größere Tranche gibt es voraussichtlich im Januar 2011. Die Anleger erhalten pro Anteilschein einen bestimmten Betrag zurück, gleichzeitig sinkt der Anteilpreis ihrer Anlage entsprechend (zur Pressemitteilung).
Diese Methode wiederholt sich halbjährlich bei entsprechenden Veräußerungserlösen über den Zeitraum der gesamten Auflösung bis zum 30. September 2013. Dabei werden alle Anleger gleich behandelt.
Aberdeen über den Degi Europa:
Seit Rücknahmeaussetzung im Oktober 2008 sind bis heute Immobilien im Wert von 423 Millionen Euro veräußert worden. Aberdeen ist nach wie vor in intensiven Gesprächen mit unterschiedlichen Investoren, um die Immobilien zu bestmöglichen Preisen zu veräußern.
Darüber hinaus hat das Fondsmanagement umfangreiche Risikovorsorge getroffen und dazu Rückstellungen gebildet. Es ist geplant, mit einem Teil der bestehenden Liquidität Kredite zurückzuführen, um die aktuelle Kreditquote zu senken.
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