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20.12.2010 09:30
Rubrik: Fonds

„In der nächsten Krise heißt es: Gold rauf, Aktien runter“

Matthias Hoppe, Franklin Templeton

Rohstoffe schützen derzeit kaum vor Einbrüchen an den Finanzmärkten. Lieber sind Matthias Hoppe deshalb die Krisenwährungen Gold und Platin. Der Portfoliomanager der Franklin Templeton Strategic Allocation Fondspalette spricht mit DAS INVESTMENT.com über Rohstoffe und seine aktuelle Asset Allocation.

DAS INVESTMENT.com: In einer Präsentation stellen Sie fest, dass der Gleichlauf von Aktien und Rohstoffen 2008 sprunghaft gestiegen ist. Seitdem ist er stetig auf einen Faktor von inzwischen fast 0,7 weiter geklettert. Wie konnte das passieren?

Matthias Hoppe: Der wichtigste Grund dürfte sein, dass Aktien und Rohstoffe gleichermaßen sehr liquide aber auch risikoreiche Anlagen sind. Wir hatten 2008 eine Liquiditätskrise, in der Anleger Geld brauchten und alles verkauft haben, was noch handelbar war und Risiken hatte. Und das waren Aktien und Rohstoffe.

DAS INVESTMENT.com: Dann können wir uns Rohstoffe im Portfolio doch auch sparen. Sie schützen offensichtlich nicht und bringen keine Dividenden.

Hoppe: Ich glaube nicht, dass der Gleichlauf so hoch bleiben wird. Korrelationen ändern sich mit der Zeit.

DAS INVESTMENT.com: Wann?

Hoppe: Noch nicht im kommenden Jahr. Die Liquidität am Markt bleibt durch die niedrigen Leitzinsen hoch. Die Jagd nach Rendite wird viele Investoren in Aktien und Rohstoffe gleichermaßen treiben. Hier spielt auch das starke Misstrauen gegenüber Papiergeld eine Rolle. Anleger gehen in Sachwerte.

DAS INVESTMENT.com: Seit ein paar Jahren mischen Banken im großen Stil auf dem Rohstoffmarkt mit. Der Minutencrash im Mai hat gezeigt, dass dieselben Handelsprogramme und dieselben Erwartungen für Aktien auch die Rohstoffe steuern. Warum sollte die Korrelation plötzlich wieder abnehmen?

Hoppe: Tatsächlich kann man das nicht genau sagen, ob das wirklich so eintrifft. Wir gehen nur davon aus, dass die aktuellen Verhältnisse nicht von Dauer sein werden.

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie derzeit Rohstoffe im Multi-Asset-Portfolio?

Hoppe: Nur Gold und Platin, obwohl die Preise hier schon stark gestiegen sind. Die ganze Stimmungslage, das Misstrauen gegenüber Währungen, die Angst vor der Schuldenkrise sprechen noch immer für Edelmetalle.

DAS INVESTMENT.com: Über die Korrelation von Gold zu Aktien haben Sie in Ihrer Präsentation nichts gesagt.

Hoppe: Sie ist niedriger als bei normalen Rohstoffen, aber in letzter Zeit auch höher geworden. Während des Aktienaufschwungs ist auch der Goldpreis gestiegen. Das hebt die Korrelation. In der nächsten Krise wird es aber wieder heißen: Gold rauf, Aktien runter.

Von: Andreas Scholz

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