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13.07.2011 12:52
Rubrik: Fonds

Immobilienfonds an der Börse: Berater sollten nicht zu verlustreichen Verkäufen drängen

Thomas Koerfgen

Auch der Immobilienfonds seines Unternehmens, der Immoinvest, ist derzeit eingefroren. In einem Gastkommentar für DAS INVESTMENT bemängelt SEB-Geschäftsführer Thomas Körfgen die Preisfeststellung der an der Börse gehandelten offenen Immobilienfonds und wünscht sich einen liquideren Zweitmarkt.

Der Handel mit offenen Immobilienfonds an der Börse offenbart einmal mehr, dass die Lehre von effizienten Märkten ein Märchen ist. Irrationalitäten wie bei vielen Aktien prägen den Handel mit Fondsanteilen – vor allem mit jenen Fonds, deren Anteilsrücknahme von den Gesellschaften vorübergehend ausgesetzt wurde.

Der Handel beschränkt sich auf die Regionalbörse Hamburg-Hannover. Wieso, bleibt ein spannendes Rätsel. Aber bereits dieses Faktum belegt, dass es mit der Effizienz hapert. Sechsstellige Beträge kommen bei Fonds zusammen, die ein milliardenschweres Volumen verwalten. Selbst die Verbraucherschützer äußern sich skeptisch im Hinblick auf die Preisfeststellungen der offenen Immobilienfonds an der Börse. Denn ob ein Fonds geschlossen oder offen ist, hat nichts mit der Werthaltigkeit seiner Assets zu tun.

Fehlende Liquiditäts- und Ausführungsgarantie

Die preisfeststellenden Market Maker sind von der geltenden Liquiditäts- und Ausführungsgarantie befreit. Trotzdem bestimmen sie den Preis, und der liegt mitunter bis 20 Prozent unter den täglich gemeldeten Anteilspreisen der Fondsgesellschaften. Diese Abschläge sind nicht nachvollziehbar. Ähnliche Abschläge hatten REITs vor gar nicht allzu langer Zeit, die Korrektur kam bald darauf.

Der Unterschied zu den üblicherweise an den Börsen gehandelten indirekten Immobilienanlagen ist, dass es zu Recht eine Liquiditätsprämie für Fondsanteile geben muss, deren Rückgabe an die Gesellschaft ausgesetzt wurde. Die Höhe des Abschlags kann aber den liquiden Handel wieder in Frage stellen. Zu hohe Abschläge werden nur verzweifelte oder völlig unkundige Privatanleger akzeptieren.

Ängste werden geschürt, die weniger auf die Werthaltigkeit der im Fonds befindlichen Immobilien abzielen, sondern vielmehr auf die Verfügbarkeit des Kapitals. Berater sind auf Provisionen angewiesen und volatilere Anlagen werden in der Regel häufiger umgeschichtet als eine wertstabile Position im Portfolio. Nun sollten sie aber nicht ohne Not Anleger zu verlustreichen Verkäufen drängen. Ist der Immobilienfonds qualitativ gut, sollte der Anleger dabei bleiben.

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