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13.07.2011 11:18
Rubrik: Fonds

Vermögensverwalter über Immobilienfonds – Teil 1: „Ruhe bewahren und bei günstigen Kursen nachkaufen“

Jürgen Schneider, SRQ Finanzpartner

Geliebt, gehasst, umstritten – die Zukunft der offenen Immobilienfonds (OIF) beschäftigt die Branche. DAS INVESTMENT.com lässt in einer Online-Serie renommierte Vermögensverwalter zu 10 Fragen Stellung nehmen. Jürgen Schneider, Vorstand der SRQ Finanzpartner aus Berlin, macht den Anfang.

DAS INVESTMENT.com: Welchen Immobilienfonds können Sie heute empfehlen bei einem Anlagezeitraum über 10 Jahre in einem ausbalancierten Portfolio?

Jürgen Schneider
: CS Euroreal, SEB Immoinvest, Kanam Grundinvest, DJE Real Estate, Hausinvest.

DAS INVESTMENT.com
: Gibt es Alternativen zu den OIF? Etwa Spezialfonds, Hotel-Fonds, also weniger öffentlich vertriebene und beworbene Produkte, die Sie empfehlen können?

Schneider: Reit-Fonds und Geschlossene Fonds wie zum Beispiel Asuco.

DAS INVESTMENT.com
: Offene Immobilienfonds werden an Börsen mit teilweisen hohen Abschlägen gehandelt. Ein Grund zum Kauf? Was empfehlen Sie Anlegern, die in solchen Fonds festsitzen?

Schneider: Ruhe bewahren und soweit für den Anleger darstellbar bei günstigen Kursen und entsprechender Verfügbarkeit nachkaufen.

DAS INVESTMENT.com: Seit 1. Juli müssen Fondsgesellschaften die KIID (Key Investor Information Document) veröffentlichen. Immobilienfonds wurden jahrelang als risikoarm eingestuft und verkauft. Wie stellt sich das aktuell dar? Welche Probleme können auf Berater zu kommen?

Schneider: Es hat sich nichts geändert, Berater bekommen Probleme wenn sie kein KIID aushändigen. Deshalb ist es ganz wichtig, dies zu befolgen, neben dem Anlageberatungsprotokoll, dem Prospekt, dem letzten Bericht und der Abwicklung eines solchen Kaufs nach Wertpapierhandelsgesetz sowie der Information zu den sonstigen Themen, die diese Investments treffen und die der Tagespresse zu entnehmen sind.

DAS INVESTMENT.com
: Wie beurteilen Sie die neuen Haltefristen für OIF im Rahmen des Anlegerschutzgesetzes? Ist das DIE Lösung?

Schneider: Dies ist sinnvoll und abschreckend für institutionelle Gelder, insgesamt wurde die Assetklasse von der Politik jedoch „tot“ gemacht. Es gab einen zu langen Regulierungsprozess, mit zwar guten aber nicht optimalen Lösungen.

DAS INVESTMENT.com: Wie sollten OIF in einem diversifizierten Portfolio künftig allokiert werden?

Schneider: Je nach Risikoklasse des Anlegers mit einem Portfolioanteil von bis zu 30 Prozent. Innerhalb dieses Anteils ist jedoch eine weitere Streuung sinnvoll und erforderlich.

DAS INVESTMENT.com: Brauchen Haus- und Wohnungsbesitzer im Hinblick auf eine breite Vermögensaufteilung überhaupt OIF?

Schneider
: Es kommt auf den Immobilienanteil am Gesamtvermögen an, weiterhin auf wirtschaftliche und steuerliche Parameter. Auch die vorhandene Liquidität spielt ein Rolle. Fakt ist: Die meisten Immobilienbesitzer verdienen kein Geld damit und haben eine einseitige Risikostruktur hinsichtlich Standort und Mieter.

DAS INVESTMENT.com: Wohnen Sie zur Miete oder in der eigenen Immobilie?

Schneider: Standort- und berufsbedingt zur Miete. Eine eigene Immobilie ist vermietet.

DAS INVESTMENT.com
: Wo steht Ihr Ferienhaus oder wo sollte es stehen?

Schneider: Strategisch gesehen, würde ich mich in Spanien in den interessanten Regionen umsehen, da die Immobilienpreise krisenbedingt dort derzeit attraktiv sind. Vom Wohlfühlfaktor her, ein schönes Bauernhaus oder eine Berghütte in den bayerischen Alpen oder in Österreich.

DAS INVESTMENT.com
: Mit wem würden Sie eine Wohngemeinschaft gründen?

Schneider: Mit Uli Hoeneß. Erstens, weil er ein Wirtschaftsfachmann mit einem unheimlich guten Riecher ist und man mit ihm hervorragend diskutieren kann. Zweitens wäre der Kühlschrank wahrscheinlich immer gut mit Bratwürsten gefüllt. Drittens gäbe es sicherlich die eine oder andere Freikarte für die Allianz-Arena und viertens verfügt er über eine ausgeprägte Sozialkompetenz.

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