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15.07.2011 09:50
Rubrik: Fonds

Vermögensverwalter über Immobilienfonds – Teil 2: „Der KanAm Grundinvest wäre unser Favorit“

Peter Lackamp, Kroos Vermögensverwaltung

DAS INVESTMENT.com stellt in einer Serie renommierten Vermögensverwaltern zehn Fragen zur gebeutelten Anlagenklasse der Offenen Immobilienfonds (OIF). Peter Lackamp von der Kroos Vermögensverwaltung aus Münster, schätzt die Lage äußerst skeptisch ein.

DAS INVESTMENT.com: Welchen Immobilienfonds können Sie heute empfehlen bei einem Anlagezeitraum über zehn Jahre in einem ausbalancierten Portfolio?

Peter Lackamp: Vor dem Hintergrund der nach wie vor unübersichtlichen Situation um das Thema Wiederaufnahme der Rücknahme von Anteilen versus Abwicklung von Fonds investieren wir aktuell keine neuen Gelder im Bereich der Offenen Immobilienfonds. Der KanAm Grundinvest wäre unser Favorit, sollten wir die Investitionen in diesem Segment wieder aufnehmen wollen. Nach unserer Einschätzung verfügt der KanAm Grundinvest über ein gut strukturiertes Immobilienportfolio. Diese Einschätzung wird durch die Analyse von Scope gestützt.

DAS INVESTMENT.com
: Gibt es Alternativen zu den OIF? Etwa Spezialfonds, Hotel-Fonds, also weniger öffentlich vertriebene und beworbene Produkte, die Sie empfehlen können?

Lackamp: In diesem Anlagesegment bewegen wir uns nicht mit Empfehlungen.

DAS INVESTMENT.com: Offene Immobilienfonds werden an Börsen mit teilweisen hohen Abschlägen gehandelt. Ein Grund zum Kauf? Was empfehlen Sie Anlegern, die in solchen Fonds festsitzen?

Lackamp: Sicherlich bieten sich dem, der Offenen Immobilienfonds über die Börse mit Abschlag kauft, Chancen, an den Kursveränderungen zu partizipieren. Dies sollte allerdings nur dann in Frage kommen, wenn sich der Anleger ausdrücklich darüber bewusst ist, dass diese Gelder in einem spekulativen Umfeld zu sehen sind. Anleger, die bereits in diesen Fonds investiert sind, raten wir, die weitere Entwicklung abzuwarten. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Teilen die Abschläge überhöht sind. Im Falle einer Abwicklung von Fonds besteht die berechtigte Annahme, dass der Erlös für den Anleger zwischen dem Börsenkurs und dem aktuellen Nettoanlagevermögen (NAV) liegen wird.

DAS INVESTMENT.com: Seit 1. Juli müssen Fondsgesellschaften die KIID (Key Investor Information Document) veröffentlichen. Immobilienfonds wurden jahrelang als risikoarm eingestuft und verkauft. Wie stellt sich das aktuell dar? Welche Probleme können auf Berater zu kommen?

Lackamp: Der vermeintlich sichere Hafen Offene Immobilienfonds kann seit geraumer Zeit nicht mehr angefahren werden. Durch die Entwicklungen seit dem Herbst 2008 sollte jedem Anleger klar geworden sein, dass auch in dieser Anlageklasse Risiken stecken, die sich besonders deutlich in der aktuell zum Teil nicht vorhandenen Liquidität einzelner Fonds und ebenso im Rückgang der NAV einiger Investments zeigen. Die seit dem 1 Juli verbindlichen KIID sollen unter anderem dazu beitragen, den Anleger auf diese Risiken aufmerksam zu machen. Auch im Zeitalter vor KIID sollten den Anlegern die Risiken einer Anlage erläutert werden. Ob durch die Einführung des KIID Probleme auf die Berater zu kommen, wird die Zukunft zeigen. Sicher sollte jeder Berater die aktuellen Entwicklungen in diesem Zusammenhang genauestens verfolgen, um seinen Kunden eine optimale Beratung zu geben und selbst auf der (rechts-)sicheren Seite zu sein.

DAS INVESTMENT.com: Wie beurteilen Sie die neuen Haltefristen für OIF im Rahmen des Anlegerschutzgesetzes? Ist das DIE Lösung?

Lackamp: Eine Lösung, die alle Probleme der Offenen Immobilienfonds beseitigt, ist nicht in Sicht. Die neuen Haltefristen können ein Baustein sein, um diese Anlageklasse wieder auf ein neues Fundament zu stellen. Als einzelner Baustein sind sie jedoch nicht in der Lage, sämtliche Probleme zu lösen. Für bestehende Fonds, deren Anleger von den Haltefristen nicht betroffen sind, werden die Probleme hierdurch nicht gelöst.

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