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18.07.2011 09:40
Rubrik: Fonds

Vermögensverwalter über Immobilienfonds – Teil 3: „Aktien mit erstklassigen Immobilien sind eine Alternative“

Gerd Häcker, Huber, Reuss & Kollegen

DAS INVESTMENT.com stellt in einer Serie renommierten Vermögensverwaltern 10 Fragen zu offenen Immobilienfonds (OIF). Gerd Häcker, Leiter Portfoliomanagement von Huber, Reuss & Kollegen aus München, schildert, wie er die schwer angeschlagene Anlageklasse beurteilt.

DAS INVESTMENT.com: Welchen Immobilienfonds können Sie heute empfehlen bei einem Anlagezeitraum über 10 Jahre in einem ausbalancierten Portfolio?

Gerd Häcker: Den Catella Max.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es Alternativen zu den OIF? Etwa Spezialfonds, Hotel-Fonds, also weniger öffentlich vertriebene und beworbene Produkte, die sie empfehlen können?

Häcker: Börsennotierte Immobilienaktien mit erstklassigen Immobilien, zum Beispiel die Sedlmayr KGaA. Börsenschwankungen geben immer wieder die Chance, deutlich unter dem zugrundeliegenden Vermögenswert zu investieren. Viele geschlossene Beteiligungen an Immobilien sind dagegen mit zu hohen Kosten versehen.

DAS INVESTMENT.com: Offene Immobilienfonds werden an Börsen mit teilweisen hohen Abschlägen gehandelt. Ein Grund zum Kauf? Was empfehlen Sie Anlegern, die in solchen Fonds festsitzen?

Häcker: Nur wer das Portfolio genau bewerten kann, ist fähig den inneren Wert zu berechnen. Bei breitgestreuten Portfolien ergeben sich dabei große Schwierigkeiten.

DAS INVESTMENT.com: Seit 1. Juli müssen Fondsgesellschaften die KIID (Key Investor Information Document) veröffentlichen. Immobilienfonds wurden jahrelang als risikoarm eingestuft und verkauft. Wie stellt sich das aktuell dar? Welche Probleme können auf Berater zu kommen?

Häcker: Der Berater ist nach den aktuellen Vorkommnissen stark verunsichert, da er die OIF als sichere Anlage eingestuft hatte und nun etwas anderes erlebt hat. Das Vertrauen ist erschüttert. Schönreden von Problemen hilft nichts. Die Immobilie ist nicht risikolos!

DAS INVESTMENT.com: Wie beurteilen Sie die neuen Haltefristen für OIF im Rahmen des Anlegerschutzgesetzes? Ist das DIE Lösung?

Häcker: Ich finde es gut, das nun jeder weiß, dass OIF keine Geldmarktersatz-Anlagen mehr sind, und sich der Anleger dazu verpflichten muss, die Anlage zu halten. Die Haltedauer ist unbedingt einzuhalten. Institutionelle missbrauchten die Anlageform jahrelang, um höhere Zusatzerträge bei überschaubaren Volatilitäten zu erwirtschaften.

DAS INVESTMENT.com
: Wie sollten OIF in einem diversifizierten Portfolio künftig allokiert werden?

Häcker
: Offene Immobileinfonds können allokiert werden, wenn klargestellt ist, dass der Fonds keine Altlasten zu verdauen hat. Wer das nicht beurteilen kann, soll die Finger davon lassen. Zu beachten ist allerdings, dass heute viele Immobilienpreise schon wieder stark gestiegen sind.

DAS INVESTMENT.com
: Brauchen Haus- und Wohnungsbesitzer im Hinblick auf eine breite Vermögensaufteilung überhaupt OIF?

Häcker: Die Immobilie stellt häufig schon ein starkes Klumpenrisiko im Portfolio des Anlegers dar. Er sollte sich insgesamt keinesfalls überengagieren. Andere Sachwerte wie Aktien, Gold usw. gehören ebenfalls in ein gut gestreutes Portfolio.

DAS INVESTMENT.com: Wohnen Sie zur Miete oder in der eigenen Immobilie?

Häcker: In der eigenen Immobilie.

DAS INVESTMENT.com
: Wo steht Ihr Ferienhaus oder wo sollte es stehen?

Häcker: Ich halte nichts von Ferienimmobilien.

DAS INVESTMENT.com
: Mit wem würden Sie eine Wohngemeinschaft gründen?

Häcker: Niemals.


>> weitere Teile der Serie über Offene Immobilienfonds:


"Ruhe bewahren und bei günstigen Kursen nachkaufen"
(Interview mit Jürgen Schneider, SRQ Finanzpartner)

"Der KanAm Grundinvest wäre unser Favorit"
(Interview mit Peter Lackamp, Kroos Vermögensverwaltung)

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