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23.01.2009 12:44
Rubrik: Geschlossene Fonds

„Deutsche Reeder brauchen 5 Milliarden Euro“

Albrecht Gundermann,
Vorstand von Maritim Equity

Maritim Equity wollte bereits im Herbst 2007 die Welt der Schiffsfinanzierung mit einem neuen Konzept für Reeder und Anleger umkrempeln. Nun kommt der neue Fonds Maritim Equtiy III. DAS INVESTMENT.com sprach über die geänderten Marktbedingungen mit Geschäftsführer Albrecht Gundermann.


DAS INVESTMENT.com: Wie stellt sich der Markt der Schiffsbeteiligungen derzeit dar?

Albrecht Gundermann: Die Zeiten wie 2007, als 3,6 Milliarden Euro Eigenkapital platziert wurden, sind auf absehbare Zeit vorbei. Es gibt Stimmen, oder vielmehr die Hoffnung, dass 2009 eine Milliarde Euro platziert werden. Das reicht aber in keiner Weise, um die Schiffsbestellungen deutscher Reeder zu finanzieren. Dabei stimmt die grundsätzliche Wachstumsstory des internationalen Seehandels noch immer: Diese Schiffe werden gebraucht.

DAS INVESTMENT.com: Von was für einem Finanzierungsbedarf sprechen wir?

Gundermann: Das Oderbuch umfasst rund 1.430 Bestellungen allein aus Deutschland. Entspannung kommt sicher von einer verstärkten Abwrackung. Es gibt Anregungen, wie von Reeder Claus Peter Offen, die wir sehr begrüßen: Offen, der sehr viele große Containerschiffe bestellt hat, will bei den Werften darauf hinwirken, dass die Ablieferungen später erfolgen. Dazu kommen Stornos. Die betreffen aber vor allem den Bulkermarkt und die weniger renommierten Werften. Ein Storno von 10 Prozent bei Bestellungen aus Deutschland halte ich schon für hoch gegriffen. Wir rechnen damit, dass die deutschen Reeder Eigenkapital in Höhe von rund 5 Milliarden Euro brauchen.

DAS INVESTMENT.com: Zu denen der Martim-Equity-Fonds 50 Millionen Euro beisteuern könnte.

Gundermann: Richtig. Trotz der Zurückhaltung der Anleger bei Schiffsbeteiligungen ist der Eigenkapitalbedarf der Reeder ja nicht geschrumpft. Schiffe, die zu teuer eingekauft wurden oder keine Beschäftigung haben, sind für Fonds derzeit ohnehin untauglich. Die Banken sind bekanntermaßen extrem zugeknöpft. Jetzt schlägt die Stunde für neue Eigenkapital-Konzepte, unter Umständen auch bei klassischen Schiffsbeteiligungen. Die Reeder sind jetzt mehr als gesprächbereit.

DAS INVESTMENT.com: Erst jetzt?

Gundermann: Nun, die Idee, erst das Kapital einzusammeln und dann zu investieren, erlaubt zwar schlanke Konstruktionen und schnelles Agieren auf dem Markt. Wir verlangen aber auch viel vom Reeder: Einen Eigenkapitalanteil von mindestens 25 Prozent, das auch noch nachrangig im Vergleich zu den Anlegergeldern bedient wird. Die Anleger zahlen überwiegend vorrangiges Eigenkapital ein, je nachdem, wie der jeweilige Deal ausgestaltet ist. In der klassischen Schiffsbeteiligung ist der Reeder mit vielleicht 50.000 oder 100.000 Euro involviert.

Von: Caroline Heidig

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Jochen , 26-01-09 12:56:
Ich frage mich wie die Redakteurin auch, warum über solche Modelle, bei denen zuerst das Kapital beschafft wird und man erst dann überlegt, wo man es investiert, erst in Krisenzeiten nachgedacht wird.
Konrad , 30-01-09 15:22:
Dieses Modell kam vor 1,5 Jahren auf den Markt, also noch in genau den Boomzeiten, als die Anleger keine Blindpool-Investments wollten, sondern schon lange bestellte, teure Schiffe, die jetzt so große Probleme haben.

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