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15.05.2009 15:57
Rubrik: Geschlossene Fonds

Bloggen, pumpen, fernsehen – ein Seemann über die Arbeit auf einer Ölplattform

Ben Dinsmore

„Es gibt nur ein paar Dinge, die du zum Spaß machen kannst, wenn du isoliert auf dem Ozean bist“ – eines dieser Dinge ist Bloggen. Benjamin („Ben“) Dinsmore arbeitet auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko und schreibt sich in seiner Freizeit die Finger wund.

„Das schöne an meiner Arbeit ist, dass ich sechs Monate im Jahr Urlaub habe“, schreibt Dinsmore in seinem Blog „Trees full of Money“ („Bäume voller Geld“). „Allerdings bin ich die anderen sechs Monate von zu Hause fort.“ Der studierte Seemann stammt aus dem US-Bundesstaat Maine, dem nördlichsten Areal an der Ostküste der USA. Neben seinem Beruf als Seebär gibt er im Internet Tipps zu Finanzen und neuerdings auch zur Nautik.

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Leider kann Dinsmore seinen Urlaub nicht am Stück nehmen, denn alle drei Wochen muss er zu seiner Bohrinsel im Golf von Mexiko reisen. „Neben dem offensichtlichen Frust, lange Zeit von Familie und Freunden getrennt zu sein, ist das Pendeln der stressigste Teil an meinem Job“, meint er.

Eine kleine Weltreise

Es ist eine kleine Weltreise: Am Tag vor seinem Arbeitsantritt startet Dinsmore in Portland und fliegt mit einem Zwischenstopp nach New Orleans. Der Google-Routenplaner misst dafür mal eben rund 2.600 Kilometer – 300 Kilometer mehr als er für eine Fahrt von Berlin nach Madrid auswirft.

Kajüte von Ben Dinsmore auf der Bohrinsel
Drei Uhr morgens am folgenden Tag geht es zum Hubschrauber-Flugplatz und von dort zur Bohrinsel. An diesem Punkt ist Dinsmore regelmäßig froh, die Nachtschicht von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens zu bestreiten. Er darf sich also auf dem Oil-Rig noch einmal hinlegen. Die anderen hängen durch und versuchen, den Tag irgendwie rum zu bekommen.

Die Ölplattform „Cajun Express“ schwimmt unter liberianischer Flagge – segeln kann man das wirklich nicht nennen. Allerdings ist die Plattform auch nicht fest mit dem Meeresgrund verankert. Sie manövriert mit eigenen Schiffsschrauben, fasst 130 Mann Besatzung und bohrt aktuell in einer Tiefe von gut 3.000 Fuß, etwas mehr als 900 Metern, für die Firma Shell. Da die Ölbohrmaschine voll manövrierfähig ist, braucht sie auch nautisch ausgebildetes Personal an Bord zum Beispiel ihren ersten Maat, Ben Dinsmore. Er spielt damit die zweite Geige gleich nach dem Kapitän und verantwortet den Zustand der Plattform, die Sicherheitsvorkehrungen und vor allem, dass sie sich genau über der Stelle befindet, an der das Loch gebohrt werden soll.

Von: Andreas Scholz

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Capt. Benjamin , 18-05-09 15:15:
Zehr Gut! Danke!

(very nice story, thank you!)
Sat Anlage Sat Anlage, 17-11-10 14:09:
Danke sehr an den Autor.

Gruss Eike

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