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14.11.2008 13:15
Rubrik: Geschlossene Fonds

12. Hansa-Forum: Contenance im Angesicht der Krise

Ruhe bewahren! Unter diesem inoffiziellen Motto stand das Hansa-Forum, das gestern zum zwölften Mal in Hamburg stattfand. Das Symposium des Fachjournalisten Jürgen Dobert und dem Hansa International Maritime Journal widmete sich dem Thema „Schifffahrt und Schiffbau im Bann der Bankenkrise“ und traf den Nerv der über 800 Teilnehmer, die dem Forum einen neuen Besucherrekord verschafften.

Ruhe bewahren! Unter diesem inoffiziellen Motto stand das Hansa-Forum, das gestern zum zwölften Mal in Hamburg stattfand. Das Symposium des Fachjournalisten Jürgen Dobert und dem Hansa International Maritime Journal widmete sich dem Thema „Schifffahrt und Schiffbau im Bann der Bankenkrise“ und traf den Nerv der über 800 Teilnehmer, die dem Forum einen neuen Besucherrekord verschafften.

Die Fragestellung lautete konkret, welchen Einfluss die Finanz- und Bankenkrise auf die Schifffahrt, die Fremdkapital- und Eigenkapitalversorgungen mit Blick auf die kommenden zwei Jahre hat. 2009, so die einhellige Meinung der eingeladenen Volkswirte und Reseacher, werde ein sehr schwieriges Jahr, da ein sehr schwaches weltwirtschaftliches Wachstum auf ein massives Überangebot an Schiffen trifft.

Remmo Roeland von Howe Robinson sagte, kein einziges der im nächsten Jahr abgelieferten Schiffe werde gebraucht. Uneinigkeit bestand allerdings darüber, inwiefern die Schiffe, die bis 2011 geordert wurden, tatsächlich auf den Markt kommen und den Chartermarkt wie erwartet belasten. Mittlerweile kommen Reeder nur noch mit Verlusten aus einem Bauvertrag heraus. Dobert vertrat die Einschätzung, dass die bestellten Schiffe alle kommen werden, da es staatliche Interventionen geben werde, um die Werften vor einem Kollaps zu bewahren.

Banken für weitere Finanzierungen bereit
Im zweiten Panel fanden sich sechs hochrangige Banker von Schiffs finanzierenden Banken ein. Sie widersprachen Dobert Behauptung, dass keine neuen Schiffkredite mehr vergeben würden. 2009 und 2010 werde aber sicher schwieriger, räumte Ulrich Ellerbeck von der Deutsche Schiffsbank ein. Bereits jetzt seien viele Projekte wegen gestiegener Refinanzierungskosten, teuerer Baupreise und wackelnder oder fehlender Charter unattraktiv.

Die internen Risikobedingen seien überall gestiegen. Es kam allerdings auch die Frage auf, ob die Reeder im kommenden Jahr überhaupt in nennenswertem Umfang neue Schiffe bestellen werden.

Wenn auch die Banker vor einer nie dagewesenen Krise stehen, betonten sie jedoch, dass es bislang kein Zins- und Tilgungsschwierigkeiten gäbe. Vielmehr würden immer noch Sondertilgungen geleistet. Eine Umkehrung dieser Situation dürfte aber die Lage im kommenden Jahr sicher verschärfen.

Ein weiteres Problem sei – angesichts der in Krisenzeiten sinkenden Schiffswerte – die Portfoliobewertung vor dem Hintergrund von Basel II. Sorge bereitet den Managern auch das Risiko, dass die Emissionshäuser nicht das notwenige Eigenkapital zusammen bekommen, oder dass die Banken dann gegebenenfalls die Schiffe voll finanzieren zu müssen.

Banken, Reeder und Emissionshäuser versuchten insgesamt, Zuversicht zu verbreiten, indem sie ihre langjährige, krisenerprobte Zusammenarbeitet betonten. Und dass, obwohl wieder Vertragsklauseln in Mode kommen, die den Banken unter bestimmten Bedingungen erlauben, die Verträge platzen zu lassen.

Innovationen gefragt
Auf die Krise müsse die Fondsbranche mit erhöhter Innovation reagieren, so die einhellige Meinung des dritten Panels Eigenkapital. Um mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen zu können, wurden reine Eigenkapitalfonds und höhere Reedereibeteiligungen ins Gespräch gebracht.

Auf die Frage, ob Schiffsfonds im kommenden Jahr überhaupt die Gunst der Anleger finden würden, übten sich die Beteiligten in Zweckoptimismus: eine Milliarde Euro werde man schon zusammen bekommen, so die Meinung der Gesprächsteilnehmer. Dagegen stand die Zahl im Raum, dass eigentlich rund 4 Milliarden Euro benötigt würden, um die Schiffe, die derzeit im Bau sind, zu finanzieren.

Lebhaft diskutiert wurde auch das Modell von Michael Lange von der Lange Vermögensberatung, den Vertrieb nicht vorab zu bezahlen, sondern am Erfolg des Schiffs zu beteiligen. Während Lange die Partnerschaftlichkeit des Modells betonte, kritisierte Thomas Rogalla von der Beratungsgesellschaft Solanos, dass die Gewinnverteilung und das Verlustrisiko eben nicht gerecht verteilt seien.

Ralf Friedrich von HCI warnte davor, das das Langsche Modell, nachdem die Vertriebskosten unter der Tonnagesteuer steuerfrei vereinnahmt werden, das Modell der Tonnagsteuer insgesamt gefährde, wofür er den Beifall des Publikums erntete.

Von: Caroline Heidig

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