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27.09.2010 12:10
Rubrik: Geschlossene Fonds

Finanzfrage der Woche: Geschlossene Fonds – was Anleger jetzt wissen wollen

Foto: Fotolia

Ob Immobilien, Schiffe oder andere Beteiligungsobjekte – nach Einzug der Finanz- und Wirtschaftskrise ist bei geschlossenen Fonds nur noch wenig, wie es vorher einmal war. Nach Jahren stabiler Erträge bleiben Auszahlungen aus oder es flattern sogar Nachforderungen ins Haus. Dima24.de, das Analyse-, Beratungs- und Vertriebshaus für geschlossene Fonds, beantwortet die häufigsten Fragen aus realen Beratungsgesprächen.

„Durch die Krise sind selbst erfahrene Anleger mit neuen Situationen konfrontiert“, sagt Frank Schuhmann, Chefanalyst bei Dima24.de. Schuhmann weiter: „Die Beratungen dauern heute länger als noch vor zwei Jahren. Die Anleger haben viele Fragen.“

Frage: 2003 habe ich einen Fonds mit einem 4.400-TEU-Frachter gezeichnet und dann fünf Jahre lang zuverlässig die angekündigten Zahlungen erhalten. 2009 hat der Fonds die Zahlungen dann ausgesetzt. Ist mein Geld nun verloren?

F. Schuhmann: Ausbleibende Ausschüttungen bedeuten nicht gleich den Verlust des Geldes. Gehen die Einnahmen des Fonds zurück und die Gesellschaft zahlt dennoch aus, kann dies die Sicherheitsreserven des Fonds belasten.

Nicht auszuschütten kann deshalb eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung sein. Etwa wenn die Charter des Schiffes ausläuft und das Fondsmanagement einen Vertrag zu einer niedrigeren Rate abschließen muss, bis die Preise wieder steigen.

Nachdem das Ratenniveau für 1-Jahres-Charter bei 4.400-TEU-Schiffen im Frühjahr 2009 stark zurückgegangen war, ist es nun auf 24.000 US-Dollar pro Tag gestiegen und hat sich so im Vergleich zum Jahresbeginn vervierfacht. Damit kann der Frachter nun zu deutlich höheren Raten verchartert werden.

Und wenn nach gelungenem Vertragsabschluss die Einnahmen wieder regelmäßig fließen, können auch die Auszahlungen wieder aufgenommen werden. Eventuell steht den Anlegern sogar eine Sonderausschüttung ins Haus.

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Frage: Bei Immobilien hört man häufig von hohen Wertverlusten. Sind auch geschlossene Immobilienfonds nun nichts mehr wert?

F. Schuhmann: Die Stabilität von Immobilienpreisen hängt entscheidend am jeweiligen Markt. Während Objekte in Deutschland vergleichsweise wertstabil sind, schwanken die Immobilienpreise zum Beispiel in Großbritannien erheblich.

In London etwa sind sie zwischen 2007 und 2009 um rund 40 Prozent gefallen. Für die Performance einer Beteiligung zählen aber nicht nur die Wertentwicklung des Objektes, sondern auch die Einkünfte aus der Vermietung.

In den größten deutschen Immobilienmärkten sind die Spitzenmieten 2009 kaum gesunken. Im Londoner Westend dagegen wurden 2009 für Büros 110 Euro je Quadratmeter gezahlt, das sind rund 26 Prozent weniger als noch 2008.

Doch so schnell die Preise fallen, so schnell steigen sie wieder: Bis 2015 erwarten Experten für London einen Anstieg der Büromieten um jährlich sieben Prozent. Davon profitieren die Fonds.

Auch vom Kaufpreisverfall sind sie nur theoretisch betroffen, denn solange die Objekte nicht verkauft werden, entsteht auch kein Verlust. Entscheidend ist der Preis der Objekte bei der Auflösung der Fonds am Laufzeitende: Das Fondsmanagement sollte darum erst verkaufen, wenn sich die Preise erholt haben.

Der Erlös, gepaart mit den Mieteinnahmen, ermöglicht den Anlegern dann trotz Wertschwankungen eine attraktive Rendite.

Frage: Mein Schiffsdachfonds ist ein „Sanierungsfall“. Nun sollen so genannte Nachschüsse mein Investment wieder flott machen. Ist das sinnvoll?

F. Schuhmann: Laufen geschlossene Fonds deutlich schlechter als prospektiert, sollen Sanierungen helfen. Sie zielen auf Schadensbegrenzung und die Rettung des Investments. In einigen Fällen sind Immobilienfonds betroffen, die meisten Sanierungsfälle sind aber Schiffsfonds.

Das Problem: Ist ein Schiff beschäftigungslos, fehlen dem Fonds die Einnahmen, etwa um Zins und Tilgung zu leisten. Ist absehbar, dass auch in Zukunft nicht mit neuen Einnahmen zu rechnen ist, kann eine Sanierung nicht sinnvoll sein.

Bei Objekten, die beinahe schuldenfrei sind, kann sie sich dagegen durchaus lohnen. Die Anleger schießen Geld nach, um so den Liquiditätsengpass des Fonds zu überbrücken bis er im Aufschwung wieder Gewinne einfährt.

Allerdings ist im Einzelfall zu prüfen, wer welche Interessen vertritt, etwa Schiffseigner, Anleger und vor allem Banken. So besteht beispielsweise die Gefahr, dass Nachschüsse von Banken für aufgelaufene Tilgungsforderungen genutzt werden und somit trotz Nachschuss das Problem des Fonds und damit des Anlegers weiterhin Bestand hat. 

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