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03.09.2010 15:46
Rubrik: Geschlossene Fonds

„Rally durch Weihnachtsgeschäft“

Florian von Nolting

Florian von Nolting, Leiter Fondsmanagement beim Hamburger Emissionshaus Lloyd Fonds, über Achterbahnfahrten bei Container-Frachtraten, Sanierungsbedarf bei Schiffsbeteiligungen und moralische Argumente bei Zweitmarktfonds.

DAS INVESTMENT.com: Das internationale Analysehaus Clarkson Research verfolgt seit Anfang des Jahres ein kräftiges Wachstum bei den Charterraten für Containerschiffe. Schneller, als die meisten Experten vorhergesehen hätten. Ist dieser Aufschwung nachhaltig?

Florian von Nolting: Die Wachstumsraten sind enorm, haben uns aber noch längst nicht auf das Vorkrisenniveau gebracht. Ob das starke Wachstum der Charterraten bis Jahresende anhält, lässt sich noch nicht absehen. Die jüngste Rally war auch eine Reaktion auf das im Sommer angelaufene Weihnachtsgeschäft. Doch ganz gleich, ob das Wachstumstempo so hoch bleibt oder nicht: Die weltweite Nachfrage nach dem Seetransport wächst, er ist global ohne Alternative.

DAS INVESTMENT.com: Anfang August lagen noch 144 Containerschiffe auf Reede, darunter eine ganze Reihe Fondsschiffe. Sind Frachter Ihres Hauses noch betroffen?

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von Nolting: Nein, das ist für Lloyd Fonds glücklicherweise Geschichte. Die Anzahl der aufliegenden Schiffe geht übrigens in nahezu allen Größenklassen weiter zurück. Insgesamt dürften weltweit noch rund 135 Frachter ohne Beschäftigung sein. Zum Vergleich: im Januar waren es fast 600. Einen Gegentrend zeigen einzig die ganz kleinen Containerschiffe von 500 bis 1.000 TEU, von denen in den vergangenen Monaten wieder eine steigende Zahl auf Reede liegt.

DAS INVESTMENT.com: Was im krassen Gegensatz zur Prognose des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik steht, die im vergangenen Jahr noch eine Erholung vor allem für die kleinen Frachter voraussagte.

von Nolting: Das stimmt. Die Studie sah gerade die großen Schiffe erst ab 2016 wieder im Gleichgewicht, doch ist das schon in diesem Jahr wieder der Fall. Das liegt in erster Linie daran, dass der Aufschwung erheblich stärker als erwartet ausgefallen ist, China ist hier der Wachstumstreiber und gerade auf den Asienstrecken finden die großen Containerschiffe ihre Beschäftigung. Darüber hinaus wirken sich im Verhältnis zu den Chartererlösen die Personal- und Betriebskosten bei den größeren Frachtern weitaus weniger als bei den kleinen Schiffen aus. Wir sollten natürlich auch beachten, dass wir bei den Charterraten derzeit noch von unterdurchschnittlichen Werten bei kurzen Beschäftigungsintervallen reden. Dennoch besteht durch die Markterholung für die Mehrzahl der gegenwärtig rund 100 in Sanierung befindlichen Schiffsfonds begründete Hoffnung, aus der Krise herauszufahren.

Von: Markus Deselaers

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