Offene Immobilienfonds: Die Liquidität hat ihren Preis
Liquiditätsprobleme und Fondsschließungen haben der Popularität der Anlageklasse „Offene Immobilienfonds“ keinen Abbruch getan. Das zeigen die massiven Kapitalzuflüsse, die die Fonds seit dem Herbst 2008 verzeichnen. Rund ein Drittel der eingenommenen Gelder floss dabei den „geschlossenen offenen“ Immobilienfonds zu.
Seit der Aussetzung der Rücknahme von Anteilsscheinen im Herbst 2008 sammelten offene Immobilienfonds rund 942 Millionen Euro ein. Dabei entfielen rund 332 Millionen Euro auf die zehn Fonds, die Ende April noch geschlossen waren. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Rating-Agentur Thomson Reuters Lipper hervor.
Die einzige Ausnahme bildeten die weltweit anlegenden Fonds: Aus diesem Segment flossen rund 446 Millionen Euro ab, wobei mehr als die Hälfte davon (259 Millionen Euro) aus dem Degi International (WKN 800799) abgezogen wurden. Degi International war der erste der zwölf „geschlossenen“ offenen Immobilienfonds, der die Rücknahme seiner Anteile am 30. Januar 2009 wiederaufgenommen hatte.
„Diese Zuflüsse zeigen, dass die Anleger dem Konzept des offenen Immobilienfonds weiterhin vertrauen“, erklärt Glow Und weiter:. „Trotz der Krise scheinen offene Immobilienfonds für Anlageberater das geeignete Instrument zur Erreichung eines Kompromisses zwischen Rendite und mittelfristiger Sicherheit darzustellen“
Hohe Verkaufsabschläge beim Börsenhandel
Neben dem Handel über die Kapitalanlagegesellschaften, die die Anteilscheine börsentäglich zurücknehmen müssen, besteht für Anleger die Möglichkeit, ihre Fondsanteile an der Börse zu handeln. Durch die Aussetzung der Rücknahme kam es im Segment der offenen Immobilienfonds zu starken Handelsaktivitäten, da der Verkauf der Anteile über die Börse der einzige Weg ist, die betroffenen Fondsanteile zu liquidieren. Allerdings stellt sich dieser Weg für viele Anleger in der Praxis relativ schwierig dar, da keine der im Markt gängigen Fondsplattformen – mit Ausnahme der Direktbanken – über einen direkten Börsenzugang verfügt. Somit müssen Anleger, die ihre Fondsanteile an der Börse veräußern wollen, diese erst in ein Bankdepot transferieren, bevor sie sie an der Börse verkaufen können. Der Transfer der Anteilsscheine verursachen neben dem zusätzlichen Zeitaufwand auch noch zusätzliche Kosten, die der Anleger neben den Handelskosten und dem Spread tragen muss.
















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