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09.02.2010 16:02
Rubrik: Immobilien

Fondsmanager zur Aberdeen-Abwertung: „Eingeschlagen wie eine Bombe“

Günther Knappert

Die massive Abwertung des Immobilienfonds Degi Global Business trifft auch Privatanleger. Sie sind über Dachfonds investiert und müssen nun Verluste hinnehmen. DAS INVESTMENT.com sprach mit Günther Knappert, Manager des LBB Stratego Grund (A0ERSF) über das Degi-Drama.

DAS INVESTMENT.com: Wann haben Sie von der massiven Abwertung erfahren?

Günther Knappert: Die Investoren wurden seitens Aberdeen am Freitagabend per Email informiert.

DAS INVESTMENT.com: Ihr erste Reaktion?

Knappert: Ich bin enttäuscht und ich kann das Vorgehen von Aberdeen in keiner Weise nachvollziehen. Hier wurde ohne Not fast das gesamte Portfolio außerplanmäßig neubewertet und auch die Höhe der Abwertungen erschließt sich mir nicht. Gerade vor dem Hintergrund, dass noch einige Fonds geschlossen sind oder in der schwierigen Phase der Wiedereröffnung stehen, hätten wir uns von Aberdeen hier eindeutig mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Aberdeen erweist der gesamten Branche mit der Abwertung einen Bärendienst.

DAS INVESTMENT.com: Der Fonds nimmt seit fast drei Monaten keine Anteile mehr zurück. Eine erste Frist läuft in Kürze ab, aber Aberdeen kann die Aussetzung noch verlängern.

Knappert: Eben, das ist es ja. Eilige Entscheidungen wären gar nicht notwendig gewesen. Aberdeen hätte den Rücknahmestopp auf bis zu zwei Jahre verlängern können und somit genug Zeit gehabt, das Portfolio neu auszurichten, Mietverträge neu zu verhandeln et cetera.

DAS INVESTMENT.com: Wie erklären Sie Investoren, dass eine Immobilie in Bonn von der letzten Bewertung im September 2009 bis zum 5. Februar um 21 Prozent an Verkehrswert verliert?

Knappert: Das kann ich Ihnen nicht erklären. Das wird Ihnen nur Aberdeen beziehungsweise die verantwortlichen Gutachter erklären können.

Von: Malte Dreher

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