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28.12.2009 15:30
Rubrik: Märkte

Klaus Kaldemorgen: "Es gibt 2010 keine Alternative zu Aktien"

Klaus Kaldemorgen erwartet keine Inflation und
sieht den Dax Ende 2010 bei 6.480 Punkten
Foto: Manfred Kötter

Kündigt sich durch das Geld-Fieber schon die nächste Krise an? Steigt der Goldpreis auch 2010 von einem Rekord zum nächsten, und wie wird sich 2010 die Börse entwickeln? DWS-Chef und Fondsmanager Klaus Kaldemorgen über die Chancen nach der Finanzkrise und die Verantwortung gegenüber Anlegern.

DAS INVESTMENT.com: Was war für Sie die größte Überraschung des Börsenjahres 2009?

Klaus Kaldemorgen: Das Ausmaß und besonders die Geschwindigkeit, in der Anleger wieder bereit gewesen sind, ins Risiko zu gehen. Die Mitte März einsetzende Erholung lief extrem stark über Zykliker und Unternehmen schlechterer Qualität. Es hat den Anschein, dass viele Anleger 2009 anders als 2003 ganz radikal und bewusst auf die Überholspur gewechselt sind.

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DAS INVESTMENT.com: Wie nachhaltig ist ein Spurwechsel, wenn billiges Geld schlechte Qualität jagt?

Kaldemorgen: Was wir gesehen haben, war ja zunächst nichts anderes als eine Normalisierung der Märkte. Nachdem klar war, dass die Welt nicht untergeht, hat jeder versucht, seine kurzfristige Performance zu maximieren – zumal der risikolose Zins um 400 Basispunkte nach unten gegangen ist.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es künftig nur noch Wirtschaftswachstum, wenn die Zentralbanken genügend Liquidität bereitstellen?

Kaldemorgen: Ich glaube schon. Dieser Zusammenhang lässt sich bereits seit Ende der 90er Jahre beobachten. Das ist ein weiterer Grund, warum das Geld auch 2010 nicht aus den Aktienmärkten herausfließen wird. Wo soll es auch hin? Es gibt keine Alternative.

DAS INVESTMENT.com: Findet denn wenigstens ein Favoritenwechsel statt, hin zu mehr Qualität?

Kaldemorgen: Ja, da bin ich mir sicher. Die Spanne zwischen guter und schlechter Qualität ist einfach zu groß geworden. Daher werden eher stabile Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite in den Vordergrund rücken. Das ist auch meine Strategie für 2010.

DAS INVESTMENT.com: Wie groß ist die Gefahr, dass dies nicht passiert und sich in einigen Bereichen neue Blasen bilden?

Kaldemorgen: Ausschließen kann ich das nicht. Durch die reichlich zur Verfügung gestellte Liquidität bilden sich Blasen zwangsläufig immer schneller. Früher sahen Fondsmanager im Laufe ihrer Karriere vielleicht eine Blase. Ich bin schon in der vierten.

DAS INVESTMENT.com: Kann das immer so weitergehen?

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