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30.03.2009 17:10
Rubrik: Märkte

„Eine Blase platzt nur einmal“

Eugen Weinberg, Öl-Analyst bei der Commerzbank

Dem enormen Anstieg des Ölpreises folgte ein massiver Absturz. Nun erholt sich der Markt langsam wieder. Neue Höchststände schließt Eugen Weinberg vorerst aus, aber der faire Preis ist auch noch nicht erreicht. DAS INVESTMENT.com sprach mit dem Öl-Analysten der Commerzbank

DAS INVESTMENT.com: Im Juli 2008 lag der Ölpreis bei fast 150 Dollar pro Barrel, im Februar kostete ein Fass knapp 40 Dollar, und seitdem ist der Preis um 30 Prozent gestiegen. Wie kann man diese Kapriolen einordnen?

Eugen Weinberg: Wir haben zwei Übertreibungen gesehen: eine nach oben und eine nach unten. Beide Bewegungen haben mit fundamentalen Rahmenbedingungen wenig gemein, vielmehr waren die Exzesse auf den Einfluss der Anleger zurückzuführen, das waren reine Spekulationen. Der Einfluss von Investoren war einfach zu groß. Jetzt kehrt der Ölmarkt langsam wieder zur Normalität zurück, und er wird sich weiter erholen.

DAS INVESTMENT.com: Aber nicht weil mehr verbraucht wird?

Weinberg: Nein, die weitere Entwicklung wird nicht von Abnehmern bestimmt, sondern von Produzenten. Es gibt die freiwillige und ganz bewusste Steuerung: Die Opec wird die Fördermengen kürzen. Ich rechne mit einer weiteren Reduzierung um 4 bis 4,5 Millionen Barrel. Und es gibt eine unfreiwillige Steuerung. Die Anlagen etwa in Mexiko, Russland und Norwegen sind zu alt, es wurde viel zu wenig investiert, und daher kann nur wenig gefördert werden.

DAS INVESTMENT.com: Wo liegt der faire Preis?

Weinberg: Bei 70 bis 75 Dollar. Dann liegt der Preis im idealen Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

DAS INVESTMENT.com: Ölzertifikate und Indexfonds auf den Ölpreis werden wieder stark nachgefragt. Der Marsch auf die 100 Dollar beginnt doch erneut.

Weinberg: Das ist richtig. Aber die Marke wird nicht so schnell erreicht werden. Das hoffe ich zumindest.

DAS INVESTMENT.com: Kein erneuter Exzess?

Weinberg: Nein, eine Blase platzt nur einmal. Sie ist bereits geplatzt, und es ist viel schwieriger, diese erneut aufzublasen, als beim ersten Mal.

Von: Malte Dreher

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