Was ist denn da los? Aktie von Rio Tinto verliert über 30 Prozent
Rabenschwarze Tage für Rio Tinto: Mit Kursverlusten von über 30 Prozent in nur zwei Tagen befindet sich die Aktie einer der weltweit größten Bergbaugesellschaften derzeit im freien Fall. Zuvor hat China eine kartellrechtliche Untersuchung gegen das geplante Joint Venture des Unternehmens mit BHP Billiton angekündigt.
Rio Tinto hatte Anfang des Monats einer Kapitalbeteiligung durch das staatliche chinesische Aluminiumunternehmen Chinalco eine Absage erteilt und stattdessen eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von 15 Milliarden US-Dollar sowie ein 50:50 Joint Venture mit BHP Billiton beschlossen. Nun macht China Krawall und die Aktie von Rio Tinto ist unter Tage. Der Zusammenhang erscheint offenkundig – aber nicht für Manuel Tenekedshijew, Manager des DWS Rohstofffonds (WKN 847412). Warum er technische Faktoren und nicht die Fundamentaldaten des Unternehmens für die Abwertung der Aktie verantwortlich macht, erklärt Tenekedshijew im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com
DAS INVESTMENT.com: China hat eine kartellrechtliche Untersuchung hinsichtlich des Joint Ventures zwischen Rio Tinto und BHP Billiton angekündigt. Nun ist der Aktienkurs vier Tage in Folge massiv eingebrochen. Sehen Sie da einen Zusammenhang?
Manuel Tenekedshijew: Die negative Reaktion chinesischer Stahlunternehmen ist zu erwarten, wenn zwei der drei größten Eisenerz-Versorger Chinas ihre Produktion zusammenlegen wollen. Außerdem hat Rio Tinto Anfang des Monats einer Kapitalbeteiligung durch das staatliche chinesische Aluminiumunternehmen Chinalco eine Absage erteilt, geht nun ein Joint Venture mit BHP Billiton ein und platziert gerade Aktien in Milliardenhöhe. Da die chinesischen Unternehmen, die das Joint Venture massiv kritisieren, rund 50 Prozent der weltweiten Stahlproduktion ausmachen, muss ihre Reaktionen auch ernst genommen werden. Jedoch glaube ich nicht, dass die Aktienverluste damit etwas zu tun haben.
DAS INVESTMENT.com: Warum nicht?
Tenekedshijew: Die chinesische Kartellbehörde hat in diesem Fall wenig zu sagen, da beide Unternehmen keine Anlagen in China betreiben. Lediglich das Europäische Kartellamt könnte das Joint Venture untersagen, da die anderen regionalen Behörden der im Nachhinein gescheiterten Fusion zwischen BHP und Rio im letzten Jahr schon vorab zugestimmt hatten.




















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