Naumer unplugged: Geldsegen
„Staatsanleihen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren,“ nörgelt mein Kumpel Norbert. „Die Renditen sind einfach zu niedrig, zumal wenn die Inflation wieder steigt. Allerdings sind das geringe Risiko und stetige Kuponzahlungen schon was Nettes.“ Norbert steht vor einem Dilemma, vor dem viele Anleger stehen: Man kann kein Omelett machen, ohne die Eier dafür zu zerschlagen.
Das heißt: Wenn er mehr Rendite will, muss er zwangsläufig höhere Risiken in Kauf nehmen. Aber warum schaut er sich nicht mal Aktien mit hohen Dividendenrenditen an? Die durchschnittliche Dividendenrendite für europäische Aktien liegt bei gut 3 Prozent und damit Kopf an Kopf mit der Rendite von Staatsanleihen. Dazu besteht die Chance auf Kursgewinne: Zwischen 1970 und 2009 ließen sich – gemessen am MSCI Europa – pro Jahr 10,1 Prozent erzielen. Der Anteil der Dividenden hieran beträgt rund 40 Prozent!
„Du meinst, die Kurse können ruhig schwanken, Hauptsache, es klingelt in der Kasse?“, meldet sich Norbert. Ganz so einfach ist es nicht. Die Unternehmen versuchen zwar, ihre Gewinnausschüttungen zu verstetigen oder steigen zu lassen, aber Dividendenkürzungen nach schlechten Jahren sind nicht auszuschließen.
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So dürften die ab März anstehenden Ausschüttungen für die Gewinne des Jahres 2009 vermutlich niedriger sein, was die Finanzmärkte allerdings bereits vorwegnehmen. Erholt sich die Konjunktur, dann ist mit einem Geldsegen zu rechnen, und Norbert kann sich freuen, wenn es in seiner Kasse klingelt. Ein guter Inflationsschutz sind Dividendenpapiere übrigens auch.
Hans-Jörg Naumer Chefanalyst bei Allianz Global Investors (AGI).
















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