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28.06.2010 08:40
Märkte, Analysen, Expertenbeitrag, Topnews

Vermögensverwalter sehen weitere Bankenpleiten am Horizont

Die Finanzkrise hat vor allem in den USA viele Banken in den Ruin getrieben. Für sie gab es kein Halten, als die Immobilienpreisblase platzte. Europa ist bislang recht glimpflich davongekommen. Das wird sich aber noch ändern, meint Uwe Zimmer, Vorstandschef der Meridio AG in einem Expertenbeitrag für DAS INVESTMENT.com.

Uwe Zimmer, Meridio

Länder wie Spanien, Irland, Großbritannien oder auch die Schweiz haben über lange Zeit einen starken Anstieg der Immobilienpreise erlebt. In den ersten drei Ländern hatten sich die Hauspreise bereits in den Jahren 2000 bis 2005 fast verdoppelt. In der Finanzkrise kam es zu einer gefährlichen Abwärtsspirale: Weil die Immobilienpreise sanken, konnten die Menschen ihren gewohnten Konsum nicht mehr aus den – bereits realisierten oder noch nicht realisierten – Gewinnen mit Immobilien finanzieren.

Viele konnten auch ihre Raten nicht mehr zahlen. Weil die Banken im Vertrauen auf stete Wertsteigerungen Häuser großzügig beliehen hatten und auch Menschen Kredit gaben, die vielleicht nicht ganz so kreditwürdig waren, wurden sie vom Preisverfall eiskalt erwischt. Die Banken verramschten die Häuser per Zwangsversteigerung, was die Preise erneut drückte, der Kreislauf ging weiter.

In den USA gingen allein 2009 und 2010 bislang mehr als 200 Banken pleite. In Spanien kämpfen Sparkassen und Banken um Rettung per Zusammenschluss und flüchten sich unter den staatlichen Rettungsschirm. Ob dieser mit 99 Milliarden Euro ausreichend groß gespannt ist, um einen wirklichen Zusammenbruch abzufedern, bleibt abzuwarten. Auch in Irland und Großbritannien sind viele Banken weit entfernt von gesunden Bilanzen – und müssen jedes Quartal wieder hoffen, dass sich die Kreditausfälle im Rahmen halten.

Und jetzt hat auch die Schweizer Nationalbank vor dem Platzen einer Preisblase gewarnt. Denn in der Schweiz stiegen die Preise noch 2009, da viele Anleger in den vermeintlich sicheren Franken flüchteten – und viele Schweizer investierten ebenfalls lieber zuhause als auswärts. Immobilien waren da ein gesuchtes Anlageziel, die Preise stiegen.

Nicht, dass hier sofortige Bankenpleiten drohten, dafür ist das Geschäft der Schweizer Banken zu wenig auf Immobilienfinanzierung abgestellt. Aber in den anderen genannten europäischen Staaten werden noch einige Banken schwere Probleme bekommen – und ihr Geschäft auf die eine oder andere Weise aufgeben müssen. Entweder schlüpfen sie bei einem Konkurrenten unter, schließen sich mit anderen Banken zusammen oder gehen schlicht in die Pleite.

Insofern ist die Finanzkrise noch lange nicht ausgestanden – für die Banken kommt es noch dick.

Zum Autor
: Uwe Zimmer ist Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Meridio AG und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Von: Uwe Zimmer

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