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16.08.2010 12:31
Rubrik: Märkte

Asien – viel mehr als China und Indien

Ekkehard Wiek, Geschäftsführer von W&M Wealth
Managers (Asia) und Asia4Europe
Investment

Asiens Vielfalt bietet attraktive Anlagechancen in einer Wachstumsregion. Zudem können deutsche Anleger über die Börsen in Fernost ausgezeichnet diversifizieren – vor allem, wenn sie auch kleinere Märkte einbeziehen. Welche das sind und was Asien etablierten Staaten Nordamerikas und Europas im voraus hat, erklärt Ekkehard Wiek, Geschäftsführer der W&M Wealth Managers (Asia) Pte. Ltd. in Singapur und der Asia4Europe Investment GmbH in Ettlingen.

Wer in Deutschland über Asien spricht, meint vor allem China, vielleicht noch Indien und dann lange nichts mehr. Tatsächlich vereinen diese beiden Riesenstaaten etwa ein Drittel der Weltbevölkerung und erbringen knapp 80 Prozent der Wirtschaftsleistung der Europäischen Union. Weniger Beachtung finden oft die kleineren Länder. Dabei müssen sich Privatanleger, anders als manche institutionellen Investoren, nicht an wirtschaftlichen Gesamtgrößen oder Börsenkapitalisierungen orientieren. Und ein detaillierter Blick auf die Börsenlandschaft Asiens kann sich durchaus lohnen.

Schöpferische Unruhe treibt den Wachstumsmotor in Asien

Asien verspricht nicht nur weiterhin hohes Wirtschaftswachstum, eine Triebfeder für zukünftige Börsenaufschwünge. Es bietet etwas, das den etablierten Staaten Nordamerikas und Europas fehlt: politische und wirtschaftliche Vielfalt, unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten und eine gewisse innere Unruhe mit dem Wunsch nach ständigem Fortschritt. Während viele deutsche Anleger bisher eher den Gleichschritt, also die relativ geringen Unterschiede in Politik und Wirtschaft innerhalb der Länder Europas schätzen und daher bevorzugt auf dem eigenen Kontinent investieren, übersehen sie, dass die Börsen häufig im Gleichschritt nach oben oder unten laufen. Eine gute Diversifikation ist damit heute kaum noch möglich.

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Die Länder Asiens bieten dagegen ein bunteres Bild. Verschiedene Regierungsformen – nicht immer nach den Vorstellungen westlichen Demokratieverständnisses, aber nicht unbedingt zum Nachteil von Mensch und Wirtschaft – bilden ein breites politisches Spektrum. Die Koexistenz von Agrar-, Industrie-, Dienstleistungsstaaten und Rohstofflieferanten bezeugt die wirtschaftliche Vielfalt. Dem Kenner der Region bieten sich damit hervorragende Möglichkeiten, um einerseits breit zu streuen und andererseits immer wieder Länder, Branchen oder Marktsegmente zu finden, die sich trotz der Krise im Rest der Welt gut entwickeln.

Asiens Börsen haben die Wirtschaftskrise bereits verdaut

Die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise hat Asien gut gemeistert. In der Tat legen die aktuellen Konjunkturdaten Zweifel nahe, ob es überhaupt einen Rückschlag gab. Auch die asiatischen Börsen (MSCI ex Japan auf Euro-Basis) haben mit nur noch minus sechs Prozent auf Drei-Jahres-Basis nahezu das Vorkrisenniveau erreicht. Amerika und Europa hinken mit minus 21 Prozent beziehungsweise minus 35 Prozent deutlich hinterher.

Vor allem die Länder Ostasiens verfügen heute über weitgehend gut entwickelte und liquide Börsenplätze, an denen auch deutsche Anleger mittels Einzeltiteln, Zertifikaten, Fonds oder gar Futures investieren können. Wir haben auf Basis mittelfristiger Trendanalysen ein Musterportfolio mit der Gewichtung der einzelnen Länder zusammengestellt. Mit Ausnahme Japans senden derzeit alle Börsen Kaufsignale:
-    China:  max. 15 Prozent, nach der jüngsten Erholung aktuell wieder ein Kauf
-    Indien: max. 15 Prozent, zurück im Aufwärtstrend
-    Indonesien: max. 8 Prozent, einer der Highflyer;
-    Hong Kong: max. 8 Prozent, zurück im Aufwärtstrend
-    Singapur: max. 8 Prozent, stabiler Trend, aussichtsreiche Währung;
-    Malaysia: max. 8 Prozent, stabiler Trend;
-    Korea: max. 8 Prozent, hält der Trend?
-    Taiwan: max. 8 Prozent, hält der Trend?
-    Thailand: max. 8 Prozent, Börse trotzt politischen Wirren, im Aufwärtstrend
-    Philippinen: max. 5 Prozent, kam gut durch die Wirtschaftskrise, im Aufwärtstrend
-    Japan: max. 12 Prozent, bleibt seinem Image als Sonderling treu, Aufwärtstrend gebrochen

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