"Die Inflation ist für die nächsten Jahre tot"

Nach dem Krieg wütete in Deutschland eine
große Inflation. Dieser Mann schätzte es billiger ein,
seine Wände mit Geldscheinen zu tapezieren,
anstatt mit herkömmlicher Tapete.
Foto: Getty Images
Inflation oder Deflation – Gespenst oder gleich Licht aus? In den letzten Wochen wird das Thema Inflation oder Deflation selbst unter Experten heftig diskutiert. Was ist nun richtig und was ist falsch?
Die Anhänger einer klassischen Wirtschaftstheorie gehen von einer steigenden Inflation (zum Interview: „Zeit, das Portfolio auf eine Inflation vorzubereiten“) aus. Anhänger alternativer Ansätze behaupten genau das Gegenteil.
Inflation (zur Themen-Seite Inflation) kann im Wesentlichen durch zwei Effekte eintreten, das sind erstens steigende Rohstoffpreise und zweitens steigende Lohnkosten.
Sowohl steigende Rohstoffpreise, als auch steigende Lohnkosten führen dazu, dass sich die Herstellung von Wirtschaftsgütern verteuert. Es steigen die Stückkosten bei den Unternehmen.
Die Unternehmen haben wiederum zwei Möglichkeiten: Entweder sie geben die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiter oder sie lassen zu, dass ihre Gewinne geschmälert werden.
Weder steigende Rohstoffpreise noch steigende Löhne
Aktuell haben wir weder steigende Rohstoffpreise noch steigende Löhne. Dabei müssen wir uns von Deutschland lösen, das das erste Mal seit Jahren ein Wirtschaftswachstum um die drei Prozent hat.
Die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, wächst deutlich unter ihrem eigenen Potenzial. Der Aufschwung des Jahresanfangs ging im Wesentlichen auf Aufstockungen der Lagerbestände auf Normalniveau nach der Krise zurück.
Aufschwung à la Keynes funktioniert im Moment nicht
Die Kernthese vom Ökonomen John Maynard Keynes, dass Staaten und die Notenbanken zu finanz- und geldpolitischen Maßnahmen greifen müssen, um so die gesamtwirtschaftliche Nachfrage in einer Krise anzukurbeln, scheint im Moment nicht aufzugehen.
###BOX_65###
Die Geldmengen sind rasant gewachsen und ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung in den USA ist noch nicht in Sicht. Die Regierung hat eine Volkszählung und -befragung durchführen lassen und somit direkt auf dem Arbeitsmarkt eingegriffen, indem 400.000 Menschen dafür eingestellt wurden. Auch Japan hat trotz der vielen Konjunkturprogramme der neunziger Jahre nicht zu einem Wirtschaftsaufschwung gefunden.
Inflation bleibt derzeit niedrig oder ganz aus
Viele sind nun der Meinung, dass die enorme Geldmengenausweitung eine Inflation anstoßen müsse. Aber auch hier zeigt uns das Beispiel Japan, dass man trotz niedriger Zinsen und enormer Geldmenge keine Inflation bekommen muss.
In Japan hatten wir 2009, als die Finanzkrise noch präsent war, sogar eine Deflation von 2,2 Prozent. Eine der letzten Zahlen aus Deutschland stammt aus dem Monat August und sieht die Preissteigerung bei einem Prozent. Auch die USA befindet sich bei den Teuerungsraten in der Nähe des Nullpunktes.
Haushaltssanierung per Geldentwertung?
Eines der am häufigsten angeführten Argumente für eine zukünftige Inflation ist, dass einzelne Staaten mittels höherer Inflationsraten ihre nationalen Haushalte sanieren werden. Bildlich ausgedrückt würde eine Inflationsrate von 5 Prozent und mehr den Schuldenberg von sich aus langsam aber sicher entwerten.




















Wieso die Politik keinen Einfluss auf die Inflation haben sollte, ist mir Schleierhaft. Gerade die massiv statt findende Geldmengenausweitung bei gleichzeitig stagnierender bzw. sporadisch schwach steigender produktivität ist die Inflation. Diese beträgt im EURO-Raum real um die 9%p.a. und ist nicht das, was uns mit Hilfe dieser politisch nach Belieben manipulierbaren Warenkörbe Glauben gemacht werden soll! So hat allein der EURO in den "paar Monaten" seines Bestehens schon einen realen (!) Kaufkraftverlust von über 50% geschafft; die DM hat es in immerhin 60Jahren auch auf 86% geschafft. Realer Kaufkraftverlust = Enteignung des Volkes!
Ich kann ebenfalls nicht feststellen, dass wir keine steigenden Rohstoffpreise hätten. Hinsichtlich der stagnierenden Real-Löhne stimmt das - leider!!!
Das führt nämlich zu sinkender Kaufkraft; sinkender Binnennachfrage und damit einer Kannibalisierung des Volkes. Das ist teuer erkauftes Wachstum, was sich bald rächen wird!
Die Tarifautonomie in Deutschalnd ist für die große Politik allein im EURO-Raum so unbedeutend; im Gesamtsystem unseres aktuellen Papiergeldsystems so wichtig, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.
Ich stelle mir allen Ernstes die Frage, wie man unsere offiziellen 1.700Milliarden EURO Schulden (d.h. geschönte Zahlen...); unter Beachtung der ungedeckten Pensionsverpflichtungen der Beamtenversorgung und der Zusatzversorgung der öffentlichen Hand sogar 7.650 Milliarden EURO zzgl. die Konjunktur- und Bankenrettungsprogramme, die in diversen Schattenhaushalten versteckt sind, als nachhaltig bezeichnen kann und nicht von einer Katastrophe spricht!
Nachdenkliche Grüße
Michelle Breitung
Kommentar schreiben