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07.12.2010 09:40
Rubrik: Märkte

Inflation: Raus aus Zinspapieren, rein in Sachwerte

Quelle: Fotolia

Die US-Notenbank Fed würde wohl am liebsten einen negativen Leitzins festlegen. Anleger bekämen dann weniger zurück, als sie einzahlen. Da dies nicht funktionieren und die Menschen ihr Geld zu Hause aufbewahren würden, flutet die Fed die Märkte mit vielen Milliarden Dollar. Die Folgen und worauf Anleger jetzt achten sollten, erklärt Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG.

Die USA finden kein rechtes Mittel im Kampf gegen die Folgen die Finanzkrise. Seit Monaten lässt die US-Notenbank (Fed) die Zügel bei der Geldpolitik locker und kauft massenhaft US-Staatspapiere. Auf diese Weise pumpt die Fed pro Arbeitstag sage und schreibe fünf Milliarden US-Dollar in die Märkte – und das wohl noch bis Mitte 2011.


Europa hat kleinere Probleme

Gemessen an den USA erscheinen die Probleme Irlands, Portugals und Spaniens überschaubar – zumal sicher ist, dass kein Euro-Land in absehbarer Zeit zahlungsunfähig sein wird. Schließlich haben die EU-Mitgliedsstaaten mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Rettungsschirm aufgespannt, der noch zwei Jahre lang Schutz garantiert.

Ein renommierter amerikanischer Vermögensverwalter hat hingegen die Strategie der US-Regierung als betrügerisches Schneeballsystem bezeichnet, in dem die Rückzahlung der Einlagen alter Investoren durch die Einlagen neuer Anleger finanziert wird. Aus diesem Teufelskreis gibt es vermutlich so schnell keinen Ausweg.

Liquidität dürfte Vermögenspreise treiben

Die überschüssige Liquidität wird die Vermögenspreisinflation anheizen. Die Preise für Gold, Rohstoffe und Aktien werden deshalb wohl weiter steigen. Dass es zwischenzeitlich – wie etwa infolge der Irlandkrise und des Säbelrasselns der Nordkoreaner – zu Kurskorrekturen kommt, ist nur gesund.

Auch die Großinvestoren sind bei weitem noch nicht an die Börsen zurückgekehrt. Zur besseren Einordnung der gegenwärtigen Überschussliquidität: Die deutsche Versicherungswirtschaft war zum Jahreswechsel 2009 nur noch etwa drei Prozent in Aktien investiert – im Jahr 2000 waren es noch 26 Prozent.

Machen Sie einen Bogen um Nominalwerte

Anleger sollten bei der mittel- bis langfristigen Vermögensplanung Nominalwertanlagen (Zinspapiere) unbedingt meiden und stattdessen in Realwerte investieren. Dadurch können sie von der Vermögenspreisinflation der nächsten Jahre profitieren. Die einzige reale Ersatzwährung ist Gold. Weil das Edelmetall aber nicht unbegrenzt verfügbar ist, kann es auch hier zu Übertreibungen kommen.

Zudem erscheinen vor allem Investitionen in substanzstarke und krisenresistente Aktien und (indirekte) Immobilienanlagen sinnvoll. Den Notgroschen legt man sich in Form physischen Goldes zu.  Meiden würde ich nach wie vor Aktien von Finanzinstituten. Achten Sie zudem darauf, dass die Anlageinstrumente jederzeit handelbar sind.

Zum Autor: Gottfried Urban ist Vorstand der Neue Vermögen AG in Traunstein und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.



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