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17.12.2010 10:38
Rubrik: Märkte

Wie geht’s China 2011?

Christina Chung

Chinas Wirtschaft wird etwas gedämpfter wachsen als bisher, jedoch seine relative Stärke beibehalten. Warum das so ist, und wie es um die Aktien bestellt ist, klärt ein Gastbeitrag von Christina Chung, die unter anderem den Allianz RCM China (WKN: 989859) von Allianz Global Investors managt.

Wir sind überzeugt, dass die makroökonomische Entwicklung in China 2011 relativ stabil sein wird. Im Land wird sich die Verlagerung von der reinen Exportorientierung zu mehr Wachstum durch den Inlandskonsum fortsetzen. Der nächste Fünf-Jahres-Plan wird nicht nur das Wirtschaftswachstum als solches unterstützen, sondern sich vor allem auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum konzentrieren.

Ein politischer Schwerpunkt wird auf einer ausgeglichenen, ausgewogenen Einkommensverteilung liegen. Demzufolge gehen wir davon aus, dass das Haushaltseinkommen in den kommenden Jahren wesentlich schneller steigen wird als das Wirtschaftswachstum. Darüber hinaus wird die Regierung beispielsweise die Verbesserung der Umweltqualität und die Entwicklung von erneuerbaren, sauberen Energien unterstützen. Zudem werden neue technische Industrieentwicklungen gefördert und der wirtschaftliche Fortschritt in inländischen Bereichen wie der Dienstleistungsindustrie beschleunigt. Insgesamt sind wir der Auffassung, dass sich das Wirtschaftswachstum durch den Wandel abschwächen, jedoch seine relative Stärke beibehalten wird.

Wir gehen davon aus, dass weiteres Kapital angesichts der relativ guten Wachstumsaussichten vor allem in chinesische Vermögenswerte fließen wird. Auch die Erwartungen einer Aufwertung der Landeswährung fördern diese Entwicklung. Auch vor diesem Hintergrund bewerten wir chinesische Aktien mittel- und langfristig immer noch positiv.

Probleme durch Inflation und Handelsspannungen

Die Volatilität wird durch die hohe Fluktuation der Marktliquidität und abhängig von den Nachrichtenmeldungen vermutlich hoch bleiben. Weitere potenzielle Risiken, die Chinas Aktienpreise belasten könnten, sind auch der Inflationsdruck und ein damit verbundener Anstieg der Leitzinsen. Wenn die Immobilienpreise in China ihren Aufwärtstrend fortsetzen, könnte das weitere politische Restriktionen zur Folge haben. Außerhalb Chinas könnten verschärfende Handelsspannungen zwischen China und den USA den Handel beeinflussen.

Diese destabilisierenden Faktoren könnten das chinesische Wirtschaftswachstum kurzfristig belasten, während sich das Land einem zukunftsorientierten Strukturwandel befindet.

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