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27.01.2011 10:10
Rubrik: Märkte

Eurozone: Nouriel Roubini sieht schwarz

Nouriel Roubini
Quelle: Getty Images

Star-Ökonom Nouriel Roubini gibt der Eurozone eine Überlebenschance von 50 Prozent, wenn die Bundesregierung nicht bald handelt. Am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos kritisierte er die zögerliche Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass einige der schwächeren Mitglieder in diesem Jahrzehnt beschließen, die Währungsunion lieber zu verlassen, beträgt 40 bis 50 Prozent“, so Star-Ökonom Nouriel Roubini gegenüber „Welt Online“. Der Wirtschaftsprofessor von der New York University kritisierte den Kurs der Bundesrepublik. Die zögerliche Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei gefährlich.

Roubini forderte die Regierung in Berlin auf, die Haushaltskonsolidierung hinauszuschieben, damit sich die Konjunktur der Peripherieländer in der Eurozone leichter erholen könne. „Um Austritte zu verhindern, muss der europäische Rettungsschirm erweitert und ein Teil der europäischen Staatsschulden umgeschuldet werden“, so Roubini.

Portugal werde in jedem Fall finanzielle Hilfe der europäischen Partner brauchen. Roubini: „Das lässt sich nicht verhindern. Die Frage ist nur, ob die europäischen Politiker die Lehre aus 2010 gelernt haben und nicht wieder bis zum letzten Moment warten, bis die Märkte sie zum Handeln zwingen.“ Der Preis für eine derartige Taktik sei eine massive Ansteckung im Rest der europäischen Peripherie, „eine massive Korrektur an den globalen Aktienmärkten“ und eine erhebliche Verlangsamung der globalen Wachstumsdynamik. „Die Deutschen sollten diesen Fehler lieber nicht noch einmal machen“, so Roubini.

Auch im Falle Griechenlands sei Eile geboten. Die Umschuldung sei zwingend und dringend. Die Gläubiger müssen auf ihre Schulden verzichten, zumindest teilweise. Roubini: „Wird das jetzt gemacht, lässt sich das in geordneter Weise durchziehen. In zwei oder drei Jahren wird es Chaos geben.“ Dauerhaft stabilisieren lasse sich der Schuldenstand von Griechenland und Co. aber nur, wenn das Wirtschaftswachstum in Schwung gebracht werde. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Finanzpolitik der Bundesregierung müsse dafür laxer werden, fordert Roubini.

Von: Astrid Lipsky

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