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09.02.2011 09:40
Rubrik: Märkte

"Griechenland ist wieder vertrauenswürdig"

Flaggenhissen auf der Akropolis, Quelle: Gettyimages

Vor kurzem noch gaben Anleger kaum einen Pfifferling auf Griechenland. Jetzt haben die Kurse hellenischer Staatspapiere zugelegt, und auch der Aktienmarkt macht einen guten Eindruck. Der Motor hinter der positiven Entwicklung: Milliarden-Hilfen aus der Europäischen Union. Von Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG.

Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds planen, Griechenland Milliarden zu leihen, damit das Land im großen Stil eigene Staatsanleihen zu beispielsweise 80 Prozent des Nennwerts von privaten Anlegern zurückkaufen kann. Zudem sollen die Laufzeiten von bestehenden Anleihen auf 15 und 20 Jahre ausgedehnt werden.

Experten sagen voraus, dass Anleger vermutlich das Rückkaufangebot annehmen werden und der Staat dadurch seine Schulden nachhaltig reduzieren kann. Das würde den Spekulanten, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands wetten, einen Strich durch die Rechnung machen.

Wen trifft der „Haircut“?

Wenn man davon ausgeht, dass der bisherige Garantietopf für die Schulden von Euro-Staaten bis Ende 2012 weiterhin gilt, sollten Staatsanleihen mit Fälligkeiten bis 2012 nicht unter diesen „Haircut“ fallen und mit 100 Prozent vom Nennwert zurückbezahlt werden. Das würde bedeuten: Gut 10 Prozent Rendite sind möglich. Diese setzen sich aus einem laufenden Zins von vier sowie einem Fälligkeitsgewinn von über sechs Prozent zusammen.

Nur bei längeren Laufzeiten werden private Investoren wohl erstmalig zur Sanierung der Staatshaushalte herangezogen. Darüber soll am 25. März entschieden werden. Allerdings: Die Einbeziehung kurzer Laufzeiten in das pauschale Sanierungsprogramm kann trotz gegenteiliger Garantieversprechen nicht ausgeschlossen werden – ein Restrisiko bleibt daher.

Hellas-Aktien lagen im Januar vorn

Noch interessanter als der Zinsmarkt ist der griechische Aktienmarkt, denn auch die Wirtschaft hat sich schneller als gedacht erholt, wie jüngste Konjunkturdaten zeigen. Im laufenden Jahr ist die Hellas-Börse bereits Spitzenreiter in Sachen Performance, notiert aber immer noch rund 70 Prozent unter dem Stand von 2007.

Vor allem die Aktien großer Banken zogen an. Griechische Aktien könnten nicht nur vom EU-Plan profitieren, sondern auch von den Plänen der Regierung, staatliche Vermögenswerte im großen Stil zu verkaufen. Wer eine Möglichkeit sucht, in Griechenland anzulegen, ist mit einem börsengehandelten Indexfonds sicher nicht schlecht beraten.

Zum Autor: Gottfried Urban ist Vorstand der Neue Vermögen AG in Traunstein und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

 

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