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14.03.2011 11:55
Rubrik: Märkte

Drei Fragen entscheiden über die Zukunft des Euros

Bernd Hashemian, Vorstand der Kroos AG

Dem Euro scheint es nach dem Schwächeanfall im Jahr 2010 wieder gut zu gehen – und auch der Optimismus zur Zukunft der Gemeinschaftswährung ist recht hoch. Doch die Probleme sind noch nicht gelöst.

Gegen den Dollar gewann die Einheitswährung seit Anfang Juni vergangenen Jahres rund 17 Prozent. Auch gegenüber dem Yen und anderen außereuropäischen Währungen sind Aufwertungen zu verzeichnen.

Zuletzt hat die jüngste EZB-Ratsitzung den Trend verstärkt. Zwar wurden die Zinsen nicht angehoben. Aber EZB-Präsident Trichet ließ durchblicken, dass auf der nächsten Sitzung im April mit einer Erhöhung von 0,25 Prozentpunkten zu rechnen sei.

Dieser Schritt heißt in den Augen vieler Beobachter: Die Euro-Wirtschaft braucht keinen Extraschub mehr von der Geldpolitik. Hält der Aufwärtstrend des Euro an?

Banker und Politiker sind optimistisch

Die Unterstützung von mancher Seite macht eher misstrauisch. Finanzminister Schäuble etwa hatte schon vor einigen Wochen in Davos pflichtschuldig davon gesprochen, dass die Krise überstanden sei.

Auch für Banker wie Barclays-CEO Robert Diamond oder Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geht es nicht mehr um die Frage, ob die Eurozone auseinanderfällt oder der Euro gar ganz verschwindet.

Auch wenn es Finanzminister und Banker gerne hätten: Für mich ist die Unsicherheit rund um den Euro noch nicht beendet.

Statt auf Einschätzungen und Versicherungen kommt es in Zukunft auf drei Fragen an, die über die Zukunft der Gemeinschaftswährung entscheiden:

  1. Können die stark verschuldeten Peripherie-Staaten ihre strukturellen Verschuldungen zurückfahren? Kann etwa Griechenland die Auflage der anderen Euro-Staaten erfüllen und sein Haushaltsdefizit in diesem Jahr (von fast 13) auf 8,7 Prozent und im nächsten Jahr auf unter drei Prozent drücken?

  2. Nachdem der Einstieg in die Transferunion durch die Hilfszusagen an die Peripheriestaaten, aber auch durch die EFSF-Bonds, die Vorläufer der Eurobonds, erfolgt ist, stellt sich die Frage: Wie werden die Lasten in dieser Union verteilt?

  3. In der Transferunion fallen viele der bisherigen Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Ländern mit zu hohen Defiziten weg oder werden eingeschränkt – allen voran die Risikoaufschläge für Defizitsünder. Welche Sanktionsmöglichkeiten hat die EWU nach dem Einstieg in die Transferunion noch?

Einen ersten Eindruck von möglichen Antworten wird man noch im März bekommen, wenn das EU-Reformpaket vorgestellt wird. Dann könnte der Trend des Euro-Kurses sehr schnell wieder eine andere Richtung einschlagen.  

Zum Autor: Bernd Hashemian ist Vorstand der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

Von: Bernd Hashemian

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