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23.03.2011 16:58
Rubrik: Märkte

Japan-Krise: Fallen die Schiffscharterraten?

Der Hafen von Tokio, Foto: Getty Images

Laut Haakon Haland von Altum Capital ist vor allem der innerasiatische Güterhandel von der Katastrophe in Japan betroffen. Welche Auswirkungen die Krise auf die Schiffscharterraten hat.

Laut Haakon Haland, Fondsmanager des Plenum Maritime Fund (WKN: A1C2WX) von Altum Capital, werden wegen Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan die Zulieferketten gestört und dadurch die Industrieproduktionen unterbrochen. Vor allem Atomenergie müsse kurzfristig durch die Verstromung von Öl ersetzt werden. Insgesamt sind der Anteil Japans am Welthandel (derzeit 9 Prozent) und die Auswirkungen der Katastrophen zu gering, um die Schiffscharterraten zu beeinflussen. Innerhalb der verschiedenen Segmente der Schifffahrt kann es jedoch zu Veränderungen kommen.

Tankermarkt: Bis ihre Anlagen wieder voll funktionstüchtig sind, werden japanische Raffinerien weniger Rohöl nachfragen. Haland zufolge werden gleichzeitig aber mehr veredelte Endprodukte wie Benzin, Diesel und Heizöl mit Tankern angeliefert. Auch Flüssiggastanker dürften kurzfristig von der Situation profitieren. Vergangene Woche fielen die Spotmarktpreise für Rohöltransporte um 7 Prozentpunkte. Dagegen stiegen die Charterraten für den Transport von Endprodukte um 3 Prozentpunkte.

Die Nachfrage nach Massengutfrachtern aus Japan, immerhin einer der größten Stahlproduzenten der Welt, wird infolge der Krise kurzfristig gedämpft, die Charterraten dürften sinken. Haland erwartet jedoch, dass im Zuge des Aufbaus der zerstörten Infrastruktur die Nachfrage nach Massengütern wie Eisenerz stark steigen werde. Demnach wird es lediglich zu einer kurzfristigen Senkung bei den Charterraten kommen.

Ähnliches sieht er für die Nachfrage nach Container- und Autotransportschiffen: Japan, großer Auto- und Autoteilehersteller, werde weniger liefern. Es werden also weniger Schiffe gebraucht, die Raten werden auch hier kurzfristig sinken. Doch laut Haland dürfte die Nachfrage nach diesen Schiffen schnell wieder das normale Niveau erreichen: Die meisten Auto-Produkte gingen in die USA. Deren Lagerbestände könnten eine niedrigere Belieferung zwar verkraften, aber nur kurzfristig.

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