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12.04.2011 10:22
Rubrik: Märkte

Fondsverband BVI warnt vor hoher Inflation

Ein Arbeiter bei der Deutz AG. In Deutschland
treibt die gute Konjunktur die Preise zusätzlich.
Quelle: Andreas Fechner

Die Inflation in Deutschland wird nach Einschätzung der deutschen Fondsbranche weiter anziehen. Die Marke von 2 Prozent werde deutlich überschritten und die von der Notenbank angestrebte Preisstabilität nicht erreicht.

Das ist das Ergebnis einer Befragung der Fondsgesellschaften im BVI Bundesverband Investment und Asset Management. Sie hat ergeben, dass fast drei Viertel der Fondsgesellschaften (73 Prozent) die Inflationsrate bis Ende dieses Jahres in einem Korridor zwischen 2 und 4 Prozent sehen. Auch weitere Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank halten den Anstieg der Teuerungsrate nicht auf.  

Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) der befragten  volkswirtschaftlichen Abteilungen der Fondsgesellschaften geht von einer geringen Geldentwertung aus - diese Gruppe sieht eine Inflationsrate (auf der Basis des Verbraucherpreisindex) von bis zu 2 Prozent als wahrscheinlich an. Mittelfristig (bis 2015) rechnen 81 Prozent mit einer durchschnittlichen jährlichen Inflationsrate von 2 bis 4 Prozent, 12 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten sogar 4 bis 6 Prozent.

Die sogenannte gefühlte Inflation werde sogar schon bald zwischen 4 und 8 Prozent liegen, schätzt die Mehrheit der Fondsgesellschaften (58 Prozent). Denn verantwortlich für die anstehenden Preissteigerungen sind vor allem alltägliche, den Verbrauchern  vertraute Produkte: Besonders Energie (Strom, Benzin, Heizöl und Erdgas), Lebensmittel, Rohstoffe und Mieten/Immobilien werden teurer. Das führt dazu, dass viele Verbraucher Verteuerungen als noch stärker empfinden.

Leitzinsanpassung hält Inflationsanstieg nicht auf

Neben steigenden Preisen sehen die Fondsgesellschaften die Gründe für ein weiteres Anziehen der Inflation in der weltweit expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Bei steigender Inflation sei von einer weiteren Anhebung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) auszugehen. Die Fondsbranche rechnet mit einer weiteren Erhöhung in mehreren Schritten auf bis zu 2 Prozent bis Jahresende. Das wird einen Anstieg der Teuerungsrate aber nicht verhindern können. „Das Vorgehen der Notenbank halten die meisten unserer Mitglieder zwar für grundsätzlich richtig, doch wünschen sich viele, dass sie das Ziel der Preisstabilität noch kompromissloser verfolgt", sagt Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des BVI, mit Blick auf die Ergebnisse der BVI-Mitgliederbefragung.

Gute Konjunktur und Importpreise treiben Inflation

In Deutschland treibt zusätzlich die gute Konjunktur die Preise: Sie sorgt für weiter sinkende Arbeitslosigkeit und verknappt das Angebot an Fachkräften für die Unternehmen. Dadurch steigt nach Einschätzung der Fondsgesellschaften schon im kommenden Jahr das Lohnniveau, und das gibt den Preisen Auftrieb. Außerdem ist damit zu rechnen, dass die Preise für Produkte aus Asien, Südamerika und anderen Emerging Markets steigen - das wirkt sich auch für Unternehmen und Endverbraucher hierzulande aus.

Letztere bekommen die Entwicklung nicht nur an der Supermarktkasse zu spüren. Langfristig verliert auch das Geld auf dem Konto an Wert, und Sparer müssen für die Altersvorsorge noch stärkere Anstrengungen unternehmen. Denn wenn die Inflationsrate weiter über den Zinsen liegt - derzeit ist das der Fall -, erleiden Sparer unter dem Strich Wertverluste.

Anleger sind schlecht auf Inflationsanstieg vorbereitet

Die Anleger in Deutschland sind nicht ausreichend auf ein weiteres Anziehen der Inflation vorbereitet, lautet das Fazit der Fondsgesellschaften. Die meisten Sparer lassen zum Beispiel deutlich zu hohe Summen auf Sparkonten liegen, statt sie zu investieren. „Anleger sind bei Bargeld und Einlagen übergewichtet und  diversifizieren insgesamt viel zu wenig", fasst Stefan Seip die Einschätzung der Branche zusammen. Schutz vor Inflation bieten  Anlegern Investitionen in Sachwerte. Dazu gehören Aktien, Fondsanteile, Immobilien in guten Lagen und Rohstoff-Investments.

Von: Malte Dreher

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DCWorld, 12-04-11 10:20:
Die Bundesbürger waren schon immer ein Land der Sparbuchinvestoren. Deshalb streubt er sich auch über Anlagen in Gold und Silber nachzudenken:

Denn Edelmetalle schützen vor Inflation
http://www.start-trading.de/blog/2011/04/12/gold-schuetzt-vor-inflation/

Das eine hohe Inflation nicht mehr zu vermeiden ist, darüber sind sich wohl alle einig.
Holger Lang, der Finanzschrauber, 13-04-11 15:01:
Also, Punkt 1: Inflation ist nicht gleich Teuerungsrate. Das ist die Wirkung der Inflation. Ursache ist die Ausweitung der Geldmenge durch Drucken von zusätzlichem Geld. Dieses zusätzliche Geld kann dann auf den Gütermärkten Preissteigerungen verursachen. Punkt 2, und jetzt kommt das wirklich Spannende. Wenn die Wirtschaft z.B. um 3 Prozent gewachsen ist und die Preise gemäß EZB stabil waren, also um nicht mehr als zwei Prozent gestiegen sind, dann bedeutet das, das die Inflation bei über 5 Prozent gelegen haben muss. Und das ist auc die Realität. Die echte Inflationsrate liegt nämlich bei deutlich über 5 Prozent. Und das hat nichts mit irgendwelchen Teuerungen zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die EZB seit Monaten die Druckerpresse rotieren lässt. Alles andere ist dummes Geschätz und Volksverdummung!

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