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14.04.2011 12:07
Rubrik: Märkte

Deutsche Kleinanleger haben keine Angst vor Inflation

Foto: Getty Images

Die Deutsche Bank fragte nach: Die Mehrheit der deutschen Sparer rechnet aktuell nicht mit erhöhten Preissteigerungen. Man fühlt sich weiterhin wohl mit seinem Tagesgeldkonto, Umschichtungen werden vertagt. Ein Fehler, wie die Deutsche Bank befindet.

Aus einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Bank geht hervor: 61 Prozent der befragten Privatanleger haben aktuell keine Angst vor einer möglichen Inflation. Nur rund ein Drittel macht sich Sorgen vor einem Preisanstieg.

39 Prozent der Befragten sehen das Inflationsniveau bei 1 bis 2 Prozent, weitere 40 Prozent schätzen die Inflationsrate auf 2 bis 3 Prozent ein. Zuletzt hatte Deutschland eine Inflationsrate von 2,1 Prozent.

"Die Ergebnisse der Anleger-Befragung zeigen, dass Bankkunden sich realistisch mit dem Inflationsrisiko auseinandersetzen", meint der Chefstratege der Deutschen Bank Ulrich Stephan. "Ich sehe die Inflation für Ende 2011 und 2012 in Euroland erneut auf einem niedrigen Niveau von 2,3
beziehungsweise 1,9 Prozent, Tendenz steigend."

Aktuelle Inflationsrisiken sehen die Anleger vor allem in der unsicheren politischen Situation im Nahen Osten (52 Prozent) und in der Unsicherheit um die Stabilität des Euro (45 Prozent).

Aber auch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken (45 Prozent) sowie die  steigende Nachfrage nach Rohstoffen (43 Prozent) werden als mögliche Inflationstreiber genannt.

Stephan kommentiert: "Diese Einschätzung ist aufgrund der aktuellen Lage in Nahost durchaus nachvollziehbar. Klar ist: Ein steigender Ölpreis kostet Wachstum. Das Geld kann nicht mehr an anderer Stelle ausgeben werden. Treiber der Inflation sind aber neben dem Ölpreis vor allem auch die Nahrungsmittelpreise. Diese sind aktuell deutlich angezogen. Folgt man der Argumentation der amerikanischen und der europäischen Notenbank, so sind diese Entwicklungen jedoch nur von kurzfristiger Dauer."

Privatanleger planen keine Änderung ihres Anlageverhaltens

Trotz steigender Inflationssorgen sieht die große Mehrheit der Anleger (88 Prozent) aktuell keinen Grund, ihr Anlageverhalten in den kommenden drei Monaten zu ändern. Viel Geld wird noch auf Tagesgeldkonten geparkt oder in Rohstoffe, besonders Gold, investiert.

"Ich halte das für falsch", so Stephan. "Bei Inflationsraten von zwei bis vier Prozent entwickeln sich Aktien am besten, zumal die Märkte trotz Unruhen und Japan-Katastrophe recht robust sind. Solange der Realzins, also Kapitalmarktzinsen bereinigt um Inflation, negativ bleibt, verlieren Anleger Geld. Wer das nicht will, muss ins Risiko gehen."

Von: Felix Hannemann

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