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14.04.2011 16:39
Rubrik: Märkte

Vermögensverwalter: „Gold steckt in einer Hausfrauen-Rally“

Zu Besuch: Wilfried Stubenrauch, ganz links,
Oliver Heller, Mitte, und Stefan Hölscher, ganz rechts,
mit den Redakteuren Malte Dreher (Krawatte Modell
Maschmeyer) und Andreas Scholz (himmelblau).
Quelle: Thomas Görny

Der Dax nimmt Kurs auf 8.000 Punkte, in Fußgängerzonen stehen Goldautomaten, und die Konjunktur brummt. Ist die Stimmung besser als die Lage? Ein runder Tisch, drei Finanzexperten, DAS INVESTMENT und viele offene Fragen.

DAS INVESTMENT.com: Herr Heller, Sie beraten sehr wohlhabende Familien. Muss jemand, der viel Geld hat, noch mehr Geld verdienen?

Oliver Heller: Der große Teil will nichts verlieren. Danach sollen noch Gewinne hinzukommen, die über das klassische Festgeld hinausgehen.

DAS INVESTMENT.com: Welche Unterschiede gibt es im Tagesgeschäft zwischen einem Family Office und einem Vermögensverwalter?

Heller: Ein Vermögensverwalter investiert für seine Kunden in Aktien, Anleihen oder Ähnliches. Wir bieten dagegen eine gesamthafte Beratung gegen Honorar. Es beginnt mit Bestandsaufnahmen und strategischer Beratung. Wo liegt also welches Vermögen? Ist es dort richtig? Passt steuerlich alles? Erst dann suchen wir die passenden Wertpapiermanager aus. Das ist jedoch nur eine Baustelle.

Wilfried Stubenrauch: Das ist nicht unbedingt anders als bei uns. Auch wir starten eine Beratung als Generalisten und führen Strategiegespräche. Die Asset Allocation, also die Vermögensaufteilung, übernehmen wir dann selbst. Andere Dinge lagern wir aus. Ein Unterschied ist allerdings, Herr Heller, dass Sie bei Ihren Kunden das Vermögen eher erhalten sollen. Wir müssen es dagegen erst einmal aufbauen. Mitunter kaufen wir für unsere Kunden sicherlich etwas risikoreichere und renditeträchtigere Anlagen als ein Family Office.

DAS INVESTMENT.com: Sie sind Finanzberater des Jahres 2010. Wie muss man sich diesen Talentwettbewerb vorstellen?

Stubenrauch: Der Wettbewerb hat zwei Teile. In dem einen Teil müssen Sie über sechs Monate ein virtuelles Depot verwalten. Es zählt nicht nur die Rendite, sondern auch das Risiko. Im zweiten Teil müssen Sie Fachfragen beantworten. Durchaus auch welche aus der täglichen Beratung.

DAS INVESTMENT.com: Was haben Sie besser gemacht als Ihre Konkurrenz?

Stubenrauch: Vielleicht war meine persönliche Motivation höher. Ich habe 2004 den zweiten Platz belegt und bis kurz vor Ende geführt. Ich habe dann beschlossen, so lange wieder mitzumachen, bis ich gewinne.

DAS INVESTMENTcom: Ihr Dachfonds erlitt im Krisenjahr 2008 Verluste von fast 40 Prozent. Weniger preisverdächtig.

Stubenrauch: Das ist sicher richtig. Jedoch haben wir im Vorfeld gut aufgeklärt. Deshalb ist in dieser Phase kein Kunde bei uns abgesprungen. Aber natürlich ist der Verlust ärgerlich. Deshalb haben wir auch an unserem System einige Dinge geändert. Jetzt sollte uns so etwas nicht noch einmal passieren.

DAS INVESTMENT.com: Was ist neu?

Stubenrauch: Wir hatten uns damals zu sehr auf Bewertungen konzentriert, mussten aber feststellen, dass das nicht das Einzige ist, das die Märkte bewegt. Wir haben also einige Indikatoren hinzugenommen, die uns helfen, Risiken deutlich schneller zu senken.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es den klassischen deutschen Privatanleger noch?

Stefan Hölscher: Es gibt zwei Arten. Die, die beraten werden, und die, die Entscheidungen selbst treffen. Natürlich haben auch unsere Kunden nicht gejubelt, als die Kurse nach unten rauschten. Wir haben sie aber überzeugt, drinzubleiben, und heute redet keiner mehr darüber. Selbstentscheider kaufen dagegen gern Wertpapiere, die gut gelaufen sind. Geht es dann runter, haben sie Probleme, das einzuordnen.

DAS INVESTMENT.com: Bei 8.000 Dax-Punkten kommen wieder alle zurück und bekommen erneut einen auf die Mütze.

Stubenrauch: Es würde mich nicht sonderlich wundern.

DAS INVESTMENT.com: Zuvor kommt die „Bild“-Schlagzeile „Reich mit Aktien“.

Stubenrauch: Wahrscheinlich, doch man muss auch differenzieren. Wir diskutieren die Frage oft, was mit dem Dax bei 8.000 Punkten passiert. Unterstellen wir, dass es dann wieder nach unten geht, würden wir auch unterstellen, dass sich die Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren nicht entwickelt hat. Das ist aber nicht so. Ich sehe deshalb eine sehr gute Chance, dass wir diesmal die 8.000 übertreffen. Dann wäre ein Einstieg dort noch gut. Die alte Strategie, zu kaufen und liegen zu lassen, hat ausgedient. Privatanleger müssen beraten und betreut werden und ihre Struktur regelmäßig dem Markt anpassen. Dann vermeiden sie die Fehler, die sie in zehn Jahren schon zwei Mal gemacht haben.

Heller: Der breite Markt läuft zu sehr den Trends hinterher. Das ist aber nicht neu und wird sich wohl auch nie ändern, bleibt aber ein großer Fehler.

Von: Malte Dreher, Andreas Scholz

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Schmidt, 15-04-11 11:10:
Welche Hausfrau hält denn bitte nennenswert Gold? Ich kenne keine. Der Goldpreis ist nicht hoch. Er zeigt nur direkt und unverblümt unser erkranktes Geldsystem auf.
Bei Q3 bis Q10 wird sich zeigen was eine Blase ist.
JayJay, 15-04-11 11:13:
Das übliche BlaBla, die wollen doch nur ihren Mist verkaufen & ordentlich Provision abzocken. Und bei Gold gibts halt keine Provision, daher verdammen sie es. Gold & Silber Ahoi
goldbug1600, 15-04-11 11:54:
Im Grunde disqualifizieren sich all diese Herren doch selber, wenn sie die seit 10 Jahren laufende Gold-Hausse verschlafen haben und nicht für Ihre Kunden daran partizipiert haben. Hausfrauen-Hausse? Unmöglich, wenn ja selbst diese Herren Vermögensverwalter NOCH nicht investiert sind. Schlaft weiter...
Aber eigentlich wunderts nicht, was bitte sind denn schon 10 mio oder 15 mio betreutes Volumen? Da hat ja jeder Retail-Banker mehr zu betreuendes Volumen. Nur meine Meinung.
Sitges, 15-04-11 13:38:
Lustig, haben sich auf die externen Bewertungen verlassen und sagen Gold steckt in der Blase, wie es auch fast jeder sagt. Für mich ein Kaufsignal -DANKE
Sitges, 15-04-11 13:41:
achso, und eine Hausfrau, die Gold kauft hab ich bisher keine gesehen. Solange ich dem Münzhändler im Stadtzentrum erklären muss, was eine Wiener Philharmoniker ist ("Ist der Silberzehner, oder...") scheint es eher eine Nanoblase zu sein, die gewisse Herren mit der Lupe im stillen Kämmerlein sehen können. In Kiel ist sie jedenfalls noch nicht angekommen...
xxx FETT, 15-04-11 14:45:
Der Artikel ist seiner Zeit voraus. Die Blase ist da, wenn die Unze Gold 10000 Dollar kostet.
dadadi, 15-04-11 15:50:
"Sie sind Finanzberater des Jahres 2010. Wie muss man sich diesen Talentwettbewerb vorstellen?"

hausfrauen dürfen nicht mitmachen, damit finanzberater eine chance haben
Dave, 16-04-11 07:27:
Die Tulpen- Spekulation mit dem heutigen Goldmarkt zu vergleichen... Da hat wohl jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht!

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