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18.04.2011 13:29
Rubrik: Märkte

Gold: Wer jetzt erst einsteigt, ist spät dran

Foto: Getty Images

Die Marke von 1.500 US-Dollar für eine Unze Gold rückt erstmals zum Greifen nah. Ein Grund dafür ist der schwache Dollar. Mit "Gold long" profitiert man vom aktuellen Trend. Die Kollegen von Drescher & Cie geben jedoch zu bedenken, dass die Hausse bereits rund zehn Jahre andauert.

Nach einer Seitwärts- Konsolidierung von November bis März zwischen 1.300 und 1.450 Dollar brach der Goldpreis in den ersten April-Tagen nach oben auf neue historische Hochs aus: In der Spitze wurden schon 1.487 Dollar für eine Unze bezahlt.

Ein Grund für den hohen Goldpreis ist der schwache Dollar

Gold-Bullen argumentieren zu Recht, dass nicht Gold eine Blase (im Sinne großer Vermehrung) erlebt, sondern der Dollar.

Zur Bewältigung verschiedenster Krisen pumpen die westlichen Regierungen und Notenbanken unter Führung der Fed seit vielen Jahren mehr und mehr Geld in den Kreislauf.

Da der Goldpreis letztendlich nichts anderes ist als das Verhältnis vorhandenen Goldes zu vorhandenem Papiergeld, spiegelt der Goldpreisanstieg vor allem die blasenhafte Vermehrung des Geldes.

Dem jüngsten Kursschub war eine Abkühlung der Erwartungen am Gold-Optionsmarkt voraus¬gegangen: Das Verhältnis gehandelter Verkaufs- zu Kaufoptionen hatte den höchsten Stand für Puts seit 2008 markiert.

Mithin hatten entweder Goldbesitzer sich gegen fallende Kurse „versichert“ oder Marktteilnehmer auf fallende Goldpreise spekuliert.

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So oder so: Man hatte eher mit fallenden Goldpreisen gerechnet. Handlungsbedarf bestand also nur auf der „upside“. Die laufende Impulsbewegung läuft seit Ende Januar in einem untergeordneten Aufwärt¬strend, der ungefähr im Mai das Erreichen von 1.500 Dollar erwarten lässt (festzumachen an der 40-Tage-Linie).

Wichtiger: Auch der mittelfristige Aufwärtstrend seit Ende 2008 wurde bestätigt. Er hat eine Steigung von rund 300 Dollar in 12 Monaten (festzumachen an der 200-Tage-Linie).

Aus diesem Trend lässt sich für Ende dieses Jahres ein Preisziel von rund 1.700 Dollar pro Unze ableiten und von 2.000 Dollar für 2012.

Strategisch und taktisch „Gold long“ profitiert man aktuell von der Entwicklung

Ohne Währungsabsichetung wie beim DWS Gold Plus ging es in Euro gerechnet zuletzt langsamer aufwärts. Einen Dollar-gegen-Euro-gesicherten ETF bietet beispielsweise die Zürcher Kantonalbank: ZKB Gold ETF (WKN A0RK9Z).

Interessant bleiben aber auch Goldminenfonds. Bereichert wurde die Palette jüngst um den Tocqueville Gold (WKN A1C4YR), der zwar erst seit wenigen Monaten auf dem deutschen Markt ist, aber von einem schon lange in den USA erfolgreichen Gold(minen)-Management gelenkt wird.

Aber bitte Vorsicht: Die große Trendwende beim Gold liegt inzwischen gut zehn Jahre zurück. Seit¬dem haben wir von Fonds Scout wiederholt Gold- und Goldminenfonds als Depotbeimischung empfohlen. Wer jetzt erst einsteigt, ist spät dran (Vermögensverwalter: „Gold steckt in einer Hausfrauen-Rally“).

Autor: Björn Drescher, Geschäftsführer Drescher & Cie.

Von: Björn Drescher

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