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26.04.2011 10:31
Rubrik: Märkte

Inflation: Experten erwarten Lohn-Preis-Spirale

Frust am Gleis: Wie in Berlin stehen Nah- und Fernzüge seit Februar
bundesweit regelmäßig still:Die Angestellten der Bahnunternehmen
wollen mehr Geld.Quelle:getty images

Die Inflationsrate in der Eurozone liegt im März bei 2,6 Prozent, schätzt die europäische Statistikbehörde Eurostat. Damit wären die Preise noch schneller gestiegen, als es noch im Februar der Fall war. Das Leben in der Eurozone war im Februar 2011 noch um 2,4 Prozent teurer geworden als ein Jahr zuvor.

Die Europäische Zentralbank reagiert

Damit sind die Preise definitiv nicht mehr stabil. Als solide gilt es per Definition der Europäischen Zentralbank (EZB),wenn Preise um nicht mehr als 2 Prozent im Jahr steigen. Das wichtigste Ziel der EZB ist damit gefährdet. Sie reagierte bereits, indem sie den Leitzins am 7. April um 0,25 Prozentpunkte erhöhte. Weitere Schritte gelten als sicher und nötig. Damit würde es noch teurer, sich von der EZB Geld zu leihen. Beträge flössen zurück zu ihr und wären damit vom Markt. Soweit die Theorie. Interessant wird, woher das Geld zurückfließt. Märkte mit hohen kreditfinanzierten Positionen könnten dann leiden – Rohstoffe oder Edelmetalle etwa. Das könnte die Inflation sogar wieder direkt dämpfen.

Steigende Löhne als möglicher Auslöser für Lohn-Preis-Spirale

Vor allem in Deutschland entsteht aber ein Trend, der die Inflation weiter anheizen wird. Hier haben normale Lohnempfänger genug davon, auf höhere Löhne zugunsten der Konjunktur zu verzichten. So bekommen Angestellte der Chemiebranche demnächst 4,1 Prozent mehr Geld. Bei der Bahn lässt der Kampf um Kohle die Züge seit Wochen immer wieder stillstehen. Sollten die Löhne flächendeckend kräftig steigen, werden die Unternehmen diese Zusatzkosten auf ihre Warenpreise draufschlagen. Das kann im Extremfall zu einer Lohn-Preis-Spirale führen, die sich selbst beschleunigt. Ein Fall für die EZB.

Bisher lag die Inflationsrate in der Eurozone bis auf wenige Ausnahmen unter dem Leitzins.Jetzt ist sie ausgebrochen. Die Europäische Zentralbank zieht nun nach.

>> zur Themenseite "Inflation"

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