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09.05.2011 17:15
Rubrik: Märkte

Rohstoffe: Preisanstieg trotz voller Lager

Bernd Hashemian

Spekulationen sind der Hauptgrund für die Rohstoff-Hausse, meint Bernd Hashemian, Vorstand der Kroos Vermögensverwaltungs. In seinem Gastbeitrag für DAS INVESTMENT.com erklärt er, warum.

Die vergangenen zwei Jahre waren gute Zeiten für Rohstoff-Trader. Gold gewann seit Mai 2009 von unter neunhundert auf über 1.500 Dollar, Silber sogar von 12 auf 40 Dollar. Öl (Brent) stieg um 140 Prozent, Kupfer um 110 und Weizen immerhin um rund 50 Prozent. Seit der Auftrieb ein wenig ins Stocken geraten ist, fragen sich viele Anleger, ob es das war mit der Rohstoff-Hausse. Von Bernd Hashemian, Vorstand der Kroos AG.


Preisanstieg spekulativ

Kaum ein Beobachter zweifelt daran, dass der wesentliche Grund für den Anstieg der Preise die Spekulation ist. Das zeigt schon ein Blick auf die Läger. Die sind überwiegend gut gefüllt. Von einer Knappheit, die die Preise treiben würde, ist etwa beim Öl nichts zu spüren. Die industrielle Nachfrage ist überschaubar. Zwar hat die Konjunktur seit der großen Finanzkrise sich vor allem in Schwellenländern eher als erwartet erholt. Vor unlösbare Lieferungsprobleme ist damit aber kaum jemand gestellt.

Bernanke: Rohstoffpreise werden sinken

Ben Bernanke, der amerikanische Notenbankpräsident, hat deswegen auf der letzten Sitzung des Geldmengenrates gesagt, der Anstieg der Rohstoffpreise sei nur vorübergehend und spiele für die langfristige Entwicklung der Preise praktisch keine Rolle. Mit diesem Argument hat die amerikanische Notenbank die Zinsen nicht angehoben, sondern bei nahe Null gelassen.

FED-Politik treibt die Preise


Was Bernanke natürlich weiß, aber nicht gesagt hat, ist, dass die Notenbank mit niedrigen Zinsen die spekulative Blase an den Rohstoffmärkten weiter alimentiert. Mit niedrig verzinsten Anleihen bleibt nicht nur die Konkurrenz für die Rohstoffanlagen sehr schwach. Die Lagerhaltung, die (kalkulatorisch) mit geliehenem Geld zu finanzieren ist, ist darüber hinaus zu preiswert, um die Spekulation zu bremsen. Bernanke nimmt das in Kauf. Ihm sind niedrige Zinsen wichtig, um die US-Konjunktur nicht zu gefährden und die Schuldenkrise nicht eskalieren zu lassen.

Die Spekulation auf Rohstoffe könnte deswegen noch eine ganze Weile weitergehen. Aber Vorsicht: Irgendwann wird die Blase platzen.

Zum Autor: Bernd Hashemian ist Vorstand der Kroos Vermögensverwaltungs AG  in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de

Von: Bernd Hashemian

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André Gaufer, 10-05-11 15:49:
Keine Rendite auf Kosten der Ärmsten
Jeder kann auf Geldanlagen verzichten, die Mensch und Umwelt schaden! Keiner braucht Finanzprodukte, die auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren! Dafür setzt sich die Initiative handle-fair.de ein.

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