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05.07.2011 09:01
Rubrik: Märkte

Inflationsumfrage: Kein Zweifel an der EZB

Michael Heise ist Chefvolkswirt der Allianz

Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, glaubt an die Kraft der Europäischen Zentralbank und ärgert sich manchmal über Spekulanten. Seine Antworten zu unserem kleinen Inflations-Fragebogen.

DAS INVESTMENT.com: Welche Inflationsraten erwarten Sie für Deutschland 2011 und 2012?

Michael Heise: Der Anstieg der Verbraucherpreise wird in diesem Jahr bei 2,2% liegen und im nächsten Jahr voraussichtlich auf 1,9% zurückgehen.

DAS INVESTMENT.com: Welches sind die Haupteinflüsse?

Heise: Der im Vergleich zu 2010 höhere Preisauftrieb ist nicht hausgemacht – ausschlaggebend sind die in kräftigen Inflationsimpulse von außen, das heißt insbesondere die höheren Preise bei Energierohstoffen den ersten Monaten dieses Jahres. Sofern es im weiteren Verlauf von 2011 nicht zu einem weiteren kräftigen Ölpreisanstieg kommt, wird sich der Anstieg der Verbraucherpreise auch nicht fortsetzen. Überdies sind wir in Deutschland nach wie vor nicht in einer Situation, in der sich Lohnzuwächse deutlich über dem Produktivitätsanstieg abzeichnen.

DAS INVESTMENT.com: Könnte in Deutschland eine Hyperinflation ausbrechen?

Heise: Solche Spekulationen sind nicht nachvollziehbar. Ein längere Zeit spürbar über dem Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten liegendes Wirtschaftswachstum würde von der Geldpolitik nicht unterstützt. Ich habe keine Veranlassung, an einem nachhaltig stabilitätskonformen Verhalten sowohl der Europäischen Zentralbank als auch der deutschen Finanzpolitik zu zweifeln.

DAS INVESTMENT.com: Welcher Preisanstieg ärgert Sie derzeit persönlich am Meisten?

Heise: Starke Schwankungen bei den Energiepreisen und Nahrungsmittelpreisen, wenn das Folge einer übermäßigen Spekulation ist.

DAS INVESTMENT.com: Kaufen Sie heute anders ein als vor drei Jahren?

Heise: Angesichts des rohstoffintensiven Wachstums in den Schwellenländern müssen wir im Trend mit hohen Rohstoffpreisen rechnen. Bei Neuanschaffung und Ersatz von dauerhaften Konsumgütern liegt das Augenmerk verstärkt auf energieeffizienten Produkten.

Von: Andreas Scholz

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