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12.07.2011 14:42
Rubrik: Märkte

„Italien scheint aufgegeben zu haben“

Quelle: Getty Images

Die italienische Bevölkerung habe sich damit abgefunden, dass sich nichts an der Politik im eigenen Land ändern wird. Diesen Eindruck gewann Steen Jakobsen, Chef-Volkswirt bei der Saxo Bank bei seinem letzten Italien-Besuch Jakobsen sieht Parallelen und entscheidende Unterschiede zu den Problemen anderer EU-Staaten.

Laut Jakobsen liegt der Grund für die sich anbahnende italienische Krise eindeutig in der falschen Wirtschaftspolitik der Regierung und wurde nicht etwa erst durch die Griechenland-Pleite ausgelöst.

Ein Bewusstsein für die eigenen Probleme bleibe in Italien allerdings weitgehend aus. Anstatt aus den eignen Fehlern zu lernen, beobachtet der Volkswirt eine apathische italienische Bevölkerung.

"Italien ist ein stolzes und produktives Land, aber wo ist die Risikobereitschaft, die Innovation? Italiens wichtigste Exportgüter bleiben landwirtschaftliche Produkte. Wo sind die neuen Olivettis und Bennettons geblieben?"

Ähnliches gelte für Spanien: „Wir sehen die Gefahr für Länder wie Spanien und Italien weniger in einer möglichen Ansteckung durch die Griechenland-Pleite, als vielmehr in den jeweiligen Ländern selbst.“

Auch in Portugal liegen die Ursachen für finanzpolitischen Probleme im eigenen Land. Der portugiesischen Bevölkerung ist dies allerdings bewusster - sie stellt sich mental auf Veränderungen ein und kämpft gegen die vorherrschenden Verhältnisse. Italien, so beobachtet Jakobsen, bleibt hingegen regungslos.

Als größte Hemmschwelle für den Weg raus aus der Krise sieht Jakobsen die anstehenden Präsidentschaftswahlen in Europa. Denn sei es Italien, Portugal Spanien oder auch Frankreich: Angesetzte Sparpläne bedeuten Einbußen an Wählerstimmen für den amtierenden Präsidenten.

So sei es wahrscheinlich, dass die Arbeit an Lösungsansätzen auf die nächste Legislaturperiode beziehungsweise die Zeit nach den Wahlen vertagt werde.

Die Wahlen in Spanien im März nächsten Jahres werden laut Jakobsen zeigen, welchen Kurs auch andere Wahlkampagnen einschlagen.

Von: Anne Nitzpan

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Sandro Valecchi, 14-07-11 11:01:
Richtig:es ist nicht alles Gold,was glänzt,es gibt einen Investionsrückstau und Italien ist leider auch nicht der Musterknabe in der EU,wenn es darum geht,die Staatsverschuldung im Auge zu behalten.Deshalb hat Italien just-in-time ein umfangreiches, ehrgeiziges Sparpaket aufgelegt,beispielsweise mit Kürzungen von rund 20% für militärbedingte Auslandseinsätze. Dies scheint allerdings nicht allen Partnern in unserer globalen Welt gefallen zu haben,insbesondere denen nicht,die zur Zeit selbst mit der Schuldenkrise (Stichwort: Schuldenobergrenze) zu kämpfen haben. Dennoch ist und bleiben die 58 Millionen Italiener in der EU und im transatlantischen Bündnis ein zuverlässiger und wichtiger Partner. Es können ja auch nicht alle Musterschüler in der EU sein, dass wäre ja langweilig und lebensfremd.

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