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25.07.2011 11:29
Rubrik: Märkte

Gold: Gute Gründe für neue Rallye in Euro

Arbeiter mit "We buy gold"-Shirt im Diamantendistrikt
von Manhattan. Quelle: Getty Images

Der Goldpreis in Euro hat jüngst ein neues Allzeithoch erreicht und damit den Weg nach oben freigemacht: Zeitweise kostete die Feinunze über 1.140 Euro. Vor allem die ungelöste Schuldenkrise der Europäischen Union und die drohende Inflation könnten den Goldpreis weiter nach oben treiben. Von Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG.

Gold scheint in unserer Zeit eine doppelte Funktion zu erfüllen: Es bewahrt das Geldvermögen nicht nur vor Entwertung durch die Geldpolitik der Notenbanken, sondern dient auch als Schutz vor unkalkulierbaren (und politisch verursachten) Risiken, wie sie sich etwa in der EU-Schuldenkrise manifestieren.

Italienkrise treibt Goldpreis


Letzteres wurde augenfällig, als die Finanzmärkte die Zahlungsfähigkeit Italiens ins Visier nahmen: Die Nachricht führte zu einem wahren Ansturm auf die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen sowie auf Gold. Die Feinunze schoss innerhalb von zwei Handelswochen um 120 Euro nach oben.

Doch anders als Bundesanleihen kommt das Edelmetall auch mit dem inflationären Szenario bestens zurecht. Da es nicht beliebig reproduziert werden kann, sondern mühsam aus dem Schoß der Erde abgebaut werden muss und extrem knapp ist, eignet es sich hervorragend zur Wertaufbewahrung – ganz anders als Staatspapiere, deren Wert irgendwann gen Null tendiert, wie die Geschichte zeigt.

Gold hat sich auch 2008 gut gehalten

Nur in einer Krise, in der das Vertrauen unter den Marktakteuren zusammenbricht und händeringend Liquidität gesucht wird, könnte auch der Goldpreis unter Druck kommen. Das war 2008 der Fall, das Edelmetall verlor aber weit weniger als andere Anlageklassen.

Zudem notierte Gold am Ende jenes schicksalsträchtigen Jahres bereits wieder so hoch wie zu Jahresbeginn. All das macht deutlich: Gold im Depot ist nicht nur für US-Amerikaner als Inflations-Hedge sinnvoll. Auch Euro-Anleger sollten über eine Beimischung nachdenken.

Viele Anlageinstrumente


Je nachdem, welchem Risiko die Hauptsorge gilt, sollte man sich positionieren. Wer in erster Linie den Inflationsschutz sucht, kann auch auf Zertifikate setzen, die bekanntermaßen von der Bonität der ausgebenden Bank abhängen. Anleger, die eine Bankenkrise nicht ausschließen, sollten am besten direkt Goldmünzen oder Barren erwerben. Auch bei Ängsten vor einer Währungsreform kann der direkte Zugriff auf das Edelmetall die Nerven beruhigen.

Und Goldminen? Sie eignen sich in erster Linie für spekulativ orientierte Anleger, die auch stärkere Wertschwankungen ertragen können. So brach etwa der Index der Goldminen-Aktien (Amex Gold Bugs) 2008 um bis 70 Prozent ein. Wer mit einem Goldinvestment in erster Linie Risiken absichern will, sollte daher besser einen Bogen um dieses hochvolatile Segment machen.

Der Autor: Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, Köln, und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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Von: Stephan Albrech

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