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29.07.2011 15:30
Rubrik: Märkte

Helmut Knestel: „Erst der Schmerz, dann das Geld“

Helmut Knestel

„Im August könnten die Anleger noch einmal auf die Probe gestellt werden“, meint der Portfoliomanager des Finanzdienstleisters Gecam. Warum dieses Jahr ein heißer Börsensommer droht, erklärt Helmut Knestel in seinem Gastkommentar für DAS INVESTMENT.com.

Derzeit durchlaufen wir ein Börsen-Jojo, wie wir es sonst nur in stark überbewerteten Märkten kurz vor der Trendumkehr erleben. Ähnlich war es bei der Internetblase im Jahr 2000 oder während der Russland-/Asienkrise 1998.

Damals schien auch die Welt unterzugehen, weil ein „Peripherie“-Land nach dem anderen wie ein Dominostein umzukippen drohte. Damals wie heute lief die deutsche Wirtschaft gut. Die Bewertungen waren vernünftig, der Zinssatz für zehnjährige Anleihen niedrig, und das Börsengeschehen schien eher von politischen als von Unternehmensfaktoren geprägt.

Unmittelbar darauf folgte ein immenser Boom, und viele Anleger, die es in der Krise zuvor hart getroffen hatte, rannten später den Höchstkursen hinterher. Anfang 2000 stand die Rendite der deutschen Zehnjährigen bereits wieder bei 5,5 Prozent und der DAX bei gut 8.000 Punkten.

Auf die richtige Bewertung kommt es an

Zurück zur Bewertung: Nach Schätzungen der LBBW kommen die DAX-Werte im Jahr 2011 voraussichtlich auf einen kumulierten Gewinn von 620 Punkten. Dies macht bei rund 7.150 Punkten ein KGV von etwa 11,7.

Deutsche zehnjährige Bundesanleihen kommen bei einer Rendite von 2,6 Prozent auf ein 38er KGV, das heißt man benötigt an die 38 Jahre um die Investition (vor Steuern) über die Zinszahlungen einzuspielen – oder anders gesagt, genauso lange um das Kapital zu verdoppeln. Es ist kaum denkbar, dass damit ein inflationsgeschützter Vermögenserhalt möglich ist.

Für alle mehr oder weniger Fußballambitionierten gibt es hierzu ein plastisches Beispiel: 1982, also vor knapp 30 Jahren, zahlte der FC Bayern laut Wikipedia für einen der damals besten europäischen Torhüter (Jean-Marie Pfaff) rund 1 Million DM Ablöse – also rund 0,5 Millionen Euro. Manuel Neuer kostete vor wenigen Monaten 25 Millionen Euro Ablöse – also das 50-fache. Der DAX notierte 1982 bei rund 500 Punkten.

Von: Helmut Knestel

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