Chinas Weg zur Konsumgesellschaft

Chinas Weg zur Konsumgesellschaft

User-Highlights

Der große Marktausblick 2012

Der große Marktausblick 2012

Wohin tendieren die Weltbörsen? Wo ist Geld noch sicher? Welche Investments versprechen ordentliche Renditen?

Gold

 Gold

Die Krisenwährung im Höhenrausch: Sicherer Hafen oder der Beginn einer neuen Blase? News, Analysen und Expertenmeinungen.

Euro-Bonds

 Euro-Bonds

Bon-Bonds oder Euro-Bombs. Wie sinnvoll sind europäische Schuldscheine? Was wären die Folgen für das Management von Rentenmandaten?

Schuldenkrise

Regulierung der Finanzbranche

Die Schuldenkrise spitzt sich zu, die Börse stürzen ab. Wir liefern Analysen, News und Hintergründe.

Topnews

Facebook

Das Wichtigste in einem Bild

 Topnews in Bildern
08.08.2011 11:30
Rubrik: Märkte

„Anleger auf der Flucht machen keine Unterschiede“

Asiens Börsen werden in der aktuellen Finanzkrise in
Sippenhaft genommen. Quelle: Gettyimages

Wieder ist es der Westen, der mit gigantischen Schulden das Weltfinanzsystem in Turbulenzen und die globale Wirtschaft womöglich in eine neue Krise stürzt. Je größer diese Krise wird, desto mehr wird Asien seine Stärken beweisen können. Ein Gastbeitrag von Asien-Fonds-Manager Ekkehard Wiek.

Kann es auf Dauer gut gehen, ständig über seine Verhältnisse zu leben, also mehr auszugeben als einzunehmen? Jeder private Haushalt, jeder Unternehmer weiß, dass daraus absehbar die Pleite folgt. Für die USA und manche Staaten Europas aber scheint diese Grundregel nicht zu gelten.

Zwar gibt es Mahner genug, die bereits viele Jahre zu nachhaltigerem Wirtschaften aufforderten. Doch es war zu bequem, sich ständig aus neuen Töpfen freizügig zu bedienen. Auf Kosten der Zukunft, begrenzter Ressourcen und der Umwelt.

Amerika und Europa stehen jetzt nackt da

Die Weltfinanz- und Wirtschaftskrise 2008 war ein kräftiger Warnschuss. Doch er wurde offensichtlich nicht ernst genommen. Stattdessen wurde noch mehr Geld für Konsum und Spekulation unkontrolliert verteilt. Und die Welt schaute zu beziehungsweise machte mit.

Doch wie bei Kaisers neuen Kleidern: Heute stehen die USA und manche Schuldner in Europa nackt da, keine Tasche gibt es mehr, aus der es sich bedienen lässt und viel Vertrauen ist verspielt. Vertrauen aber ist das Fundament moderner Geldwirtschaft und der Kapitalmärkte. Die jüngste Herabstufung des Ratings war längst überfällig.

Noch machen sich viele Anleger Hoffnung, dass sich die Kurse nach den heftigen Rückschlägen der letzten Tage wieder erholen. Ähnliche Korrekturen mit anschließenden neuen Höchstständen gab es ja in den vergangenen beiden Jahren schließlich mehrfach. Doch diesmal könnten die Probleme und der Vertrauensverlust zu groß sein.

Bei Panik nehmen Börsianer alle Märkte in Sippenhaft

Geraten Anleger in Angst und Panik, dann fliehen sie bekanntlich wie ein scheues Reh. Und sie differenzieren zunächst nicht rational, wer Verursacher war und wer am wenigsten betroffen sein wird. Im Gegenteil, in grotesker Weise ziehen sie häufig ihr Geld sogar dort verstärkt ab, wo die Welt eigentlich noch in Ordnung ist.

So fielen in der letzten Finanzkrise die Börsenkurse in Asien trotz stabiler Finanzsysteme und geringerer Schulden zunächst deutlich stärker als in den USA. Und auch heute müssen Hong Kong, Seoul oder Jakarta zusehen, wie westliche Probleme ihre Börsen in die Tiefe ziehen. Internationale Anleger nehmen sie in Sippenhaft, obwohl die wirtschaftlichen Perspektiven im größten Teil Asiens weiterhin sehr gut sind.

Asien zürnt und wird nach mehr Unabhängigkeit streben

Angesichts dieses Zusammenhangs schlägt das Unverständnis in Asien über das katastrophale Schuldenmanagement des Westens inzwischen in Zorn um, bei Regierungen wie auch bei den Menschen. Schließlich wurden hier 1997 in der Asienkrise drakonische Ratschläge des Westens mit Erfolg umgesetzt. Amerika und Europa dagegen wollen selbst von solcher Disziplin heute nichts wissen. Sie bedrohen damit, so das Verständnis in Asien, den Wohlstand der ganzen Welt.

Asien wird dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Die Krise 2008 wurde mit Bravour gemeistert. Das Selbstvertrauen ist gestiegen, den Westen schneller als gedacht wirtschaftlich zu überholen. Eine weitere Krise wird das Bestreben verstärken, wirtschaftlich größere Unabhängigkeit von den USA und Europa zu erlangen. Der riesige regionale Binnenmarkt mit 60 Prozent der Weltbevölkerung bietet das Potenzial dazu. Wie sagte dazu ein Vermögensverwalter-Kollege in Deutschland kürzlich: „Wer die Probleme im Westen und die Perspektiven in Asien sieht, sollte eigentlich seinen Kunden raten, sein ganzes Geld nach Asien zu schaffen.“

Zum Autor: Ekkehard Wiek ist Asien-Fonds-Manager und Geschäftsführer der W&M Wealth Managers (Asia) Pte. Ltd. in Singapur sowie Beirat der Asia4Europe Investment GmbH in Ettlingen und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.


Noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar schreiben

* - Pflichtfeld



CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*