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08.08.2011 12:24
Rubrik: Märkte

Fidelity-Manager zu Börsenpanik 2: "Ausverkauf übertrieben"

Fabio Riccelli, Alexander Scurlock, Christian
von Engelbrechten (v. li.)

Die Talfahrt an den internationalen Börsen geht weiter. Doch im Investmenthaus Fidelity scheint die Panik immer noch nicht angekommen zu sein. „Kaufen“, lautet nach wie vor das Mantra der Fondsmanager.

Am Freitag zeigten sie sich zuversichtlich, und auch das ereignisreiche Wochenende konnte die Stimmung im Hause Fidelity nicht trüben. Im zweiten Teil der Experten-Kommentare von Fidelity kommen nun drei weitere Fondsmanager zu Wort.

Alexander Scurlock, Manager des Fidelity European Growth Fund: "In den letzten Wochen hat sich die europäische Schuldenkrise weiter verschärft, sowohl in ihrer Intensität als auch in ihrer Reichweite. Die Renditen für italienische und spanische Staatsanleihen sind drastisch angestiegen. Zudem deuten wichtige Leitindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes darauf hin, dass das globale Wachstum abkühlt.

In Europa reicht der politische Ansatz bislang nicht weit genug. Selbst auf dem EU-Gipfel im vergangenen Monat blieben wichtige Details zu Implementierung, Timing und Umfang des europäischen Rettungsschirms EFSF ungeklärt. Kein Wunder, dass sich die Anleger um das Wirtschaftswachstum im Euroraum sorgen. Dessen ungeachtet bieten viele gute europäische Unternehmen interessante Anlagechancen."

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Christian von Engelbrechten, Manager des Fidelity Germany Fund:  "Ich halte den jüngsten Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt für übertrieben. Die Bewertungen sind angesichts der Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt. Selbst wenn die Gewinnprognosen um mehr als 10 Prozent nach unten korrigiert werden müssten, lägen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) noch immer deutlich unter den historischen Durchschnittswerten und die Dividendenrenditen deutlich über denen für Bundesanleihen.

Obwohl die Weltwirtschaft abkühlt, glaube ich nicht, dass uns eine erneute Rezession bevorsteht. Im Unterschied zu 2008 sind in den Vorjahren keine großen Kapazitäten aufgebaut worden, so dass seltener mit Überkapazitäten zu rechnen ist, die die globale Wirtschaft belasten. Andererseits wächst die Weltbevölkerung und die Schwellenländer holen weiter auf und bieten strukturelles Wachstum.“

Fabio Riccelli, Manager des Fidelity European Dynamic Growth Fund: "Trotz der Probleme in einigen EU-Randländern darf man nicht vergessen, dass Europa ein heterogener Raum ist, in dem es auch stark wachsende Regionen wie Deutschland oder die nordischen Länder gibt. Europa hat viele Weltmarktführer in diversifizierten Branchen wie dem Luxusgütersektor, der Gesundheitsbranche oder der Industrie.“

Von: Svetlana Kerschner

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