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06.09.2011 12:00
Rubrik: Märkte

Friedrich von Metzler: „Was Politiker im Augenblick machen, stiftet nicht ausreichend Vertrauen“

Bankier Friedrich von Metzler

Bankier Friedrich von Metzler spricht im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Europas Schuldenkrise, Spekulanten und sein Rezept gegen die Krise.

Auch wenn die Kapitalmärkte derzeit die Politik vor sich hertreiben würde, "erst hat die Politik die Märkte getrieben", so Friedrich von Metzler, Gesellschafter vom Frankfurter Bankhaus Metzler. „Unter anderem, weil Banken Geld, das sie in Staatsanleihen investieren, nicht mit Eigenkapital unterlegen müssen. Als ob in ihnen kein Risiko steckte.“

Die Ursache der Eurokrise sei die überbordende Verschuldung der Staaten. Es führe kein Weg daran vorbei, dass Staaten ihren Schuldenberg abbauen müssen, um das Vertrauen der Finanzmärkte wiederzugewinnen. „Was die Politiker im Augenblick machen, stiftet nicht ausreichend vertrauen“, mahnt von Metzler. Es fehle an einer klaren Linie der verantwortlichen Politiker quer durch Europa. Ein anderes Beispiel seien die Italiener, die weniger sparen wollen als zunächst versprochen.

Einen Lösungsvorschlag für die Eurokrise hat der Bankier auch parat: Jedes Land soll sich, wie im Maastrichter Vertrag vorgesehen, nur bis zu 60 Prozent seines Bruttoinlandprodukts verschulden dürfen. Weiteres Geld müssten Länder dann über eine zu schaffende europäische Institution beantragen. Weitere Finanzierungen am Kapitalmarkt wären damit ausgeschlossen. „Alle Länder wüssten dann, dass sie gemeinsam dafür haften“, so von Metzler. Diesen Mechanismus könne man dann durch Auflagen flankieren und Sicherheiten verlangen.

Sein Krisen-Tipp für Anleger: Aktien. Denn Sachwerte haben sich in Krisen stets als gute Anlage erwiesen. Und natürlich gelte wie immer, dass Vermögen breit gestreut sein sollte. Für empfehlenswert hält er Werte wie BASF, Siemens und Nestlé, die derzeit zu Unrecht abgestraft würden. Gold dagegen sei maßlos überschätzt. Seine Nachteile: Es erwirtschafte keinen Ertrag und schwanke stark.

Das gesamte Interview gibt es hier zu lesen.

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