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12.09.2011 11:25
Rubrik: Märkte

Euro: Schwächer wäre besser

Trotz achtprozentigem Verlust seit Jahresbeginn gegenüber
dem Franken ist der Euro stark bewertet. Quelle: Fotolia

„Euro fest im Griff der Krise“; „Vorschläge zur Eurorettung“; „Das Ende des Euros naht“: Laut der jüngsten Schlagzeilen schwächelt der Euro seinem Ende entgegen. An den Devisenmärkten ist aber eher das Gegenteil zu beobachten: Der Euro ist dort stark bewertet. Zu stark, meint Bernd Hashemian, Vorstand der Kroos Vermögensverwaltung.

Das Krisengerede in den Medien um die Einheitswährung findet sich in den harten Fakten des Marktes, den Wechselkursen, nicht wieder. Zwar hat der Euro gegen den Schweizer Franken rund 8 Prozent seit Jahresbeginn verloren. Aber schon das oft angeführte Beispiel der norwegischen Krone stimmt in diesem Jahr nicht. Der Wechselkurs zum Euro ist im Vergleich zum Jahresbeginn kaum verändert.

Der Euro ist stark

Davon abgesehen: Können Kleinwährungsräume wie NOK oder CHF wirklich ein Maßstab sein? Schaut man sich an, wie der Euro im Vergleich zu den wirklich wichtigen Währungen in der Welt, dem US-Dollar, dem japanischen Yen oder dem chinesischen Yuan dasteht, dann ist von Schwäche keine Spur.

Gegen den Dollar hat er seit Jahresbeginn fast 9 Prozent gewonnen, gegen den Yen ungefähr 2 und gegen den Yuan immerhin rund 5 Prozent. Ja, die Amerikaner haben selber Schuldensorgen, die Japaner belastet Fukushima und die Chinesen steuern ihren Wechselkurs. Aber Dramatik sieht anders aus.

Die Kommentatoren sollten sich nicht über die Schwäche, sondern über die Stärke des Euros Sorgen machen. Um die Schuldenkrise zu lösen, wäre wahrscheinlich eine schwache Währung viel besser. Es würde der Zahlungsbilanz Griechenlands enorm helfen, wenn mehr US-Touristen kämen und starke Dollars in viele Euros wechselten.

Mehr Schwäche wäre wünschenswert

Eine schwächere Währung könnte auch für viele Anleger die Investment-Welt wieder etwas leichter machen. Solange der Aufwertungstrend beim Euro anhält, sind Auslandsinvestments immer von der Entwertung durch die Währungsseite bedroht.

Was das bedeuten kann, mussten zuletzt etwa Türkei-Investoren feststellen. Die türkische Lira hat seit Anfang 2011 um fast 25 Prozent gegen den Euro abgewertet. Zusammen mit dem Indexminus von 20 Prozent verbreiten die Türkeianteile in hiesigen Depots ordentlich Schrecken. Etwas schwächer dürfte der Euro also schon sein.

Zum Autor: Bernd Hashemian ist Vorstand der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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Von: Bernd Hashemian

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