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05.10.2011 15:27
Rubrik: Märkte

Allianz: Aus für Eurozone würde 1 Million Arbeitsplätze kosten

Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise

Die Volkswirte der größten deutschen Versicherung Allianz zeigen sich optimistisch und gehen für die kommenden Monate weder von einer Bankenkrise noch von einer Ansteckung von Italien oder Spanien aus. Gut so, denn das Auseinanderbrechen der Eurozone würde mindestens 1 Million deutsche Arbeitsplätze kosten, so die Allianz.

Käme es zu einer starken Zuspitzung der Krise bliebe nur noch die Auflösung der Währungsunion oder die Einführung von Eurobonds als Lösung, um den betroffenen Ländern wieder Zugang zum Kapitalmarkt zu verschaffen. „Während Eurobonds die Währungsunion kurzfristig stabilisieren, können sie längerfristig auch zu Konflikten und schwindender Akzeptanz des Euro führen“, heißt es in einer Analyse der Allianz. Langfristig sei damit ein Auseinanderbrechen der Währungsunion auch mit Eurobonds keineswegs ausgeschlossen.

Die Allianz-Volkwirte haben das Extremszenario eines Scheiterns des Euro für Deutschland durchgespielt: „Nach unseren Berechnungen würde ein Scheitern der Währungsunion Deutschland 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und mindestens eine Million Arbeitsplätze kosten", sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Aber soweit ist es noch nicht. Momentan hätten die Konjunkturrisiken infolge der Schuldenkrise zwar erheblich zugenommen, den Beginn einer Rezession sehen die Allianz-Experten aber nicht, es sei „allenfalls eine vorübergehende Wachstumspause“.

Wahrscheinlicher sei sogar, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2011 weiterhin leicht wächst. „Hierfür spricht vor allem die weiterhin günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Nach wie vor entstehen Monat für Monat mehrere Zehntausend zusätzliche Arbeitsplätze in der deutschen Wirtschaft. Das schafft Einkommen und erhöht angesichts tendenziell rückläufiger Inflationsraten auch die Kaufkraft. Eine Konsumschwäche ist von daher wenig wahrscheinlich", so Heise.

Für 2012 rechnen die Allianz-Volkswirte mit einem Wachstumsplus von 1,5 Prozent.

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