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10.10.2011 09:00
Rubrik: Märkte

Taugt Gold noch zur Fluchtwährung?

Gold – der vermeintlich sichere Hafen hat seine Tücken
Quelle: Fotolia

Die Anlageklasse Gold hatte in Krisenzeiten immer wieder die Rolle der „Fluchtwährung“ inne. Für Peter Lackamp, Kroos Vermögensverwaltung, zeigt jedoch der jüngste Kurssturz bei dem Edelmetall: Mit Gold allein kann man keiner Krise entfliehen.

Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 erlebt der Goldpreis einen wahren Höhenflug: Im Frühjahr 2008 erreichte das Edelmetall erstmals die Marke von 1.000 US-Dollar – damit hatte es sich innerhalb von zwei Jahren im Wert verdoppelt.

Im Herbst 2009 übersprang der Goldpreis die Marke von 1.900 Dollar, was einem erneuten Zuwachs um fast 100 Prozent entsprach. Doch nach diesem jüngsten Hoch folgte nun ein Sturz von 300 Dollar – der größte Kursrutsch seit Jahrzehnten.

Spekulationsblase oder kurzfristige Korrektur?

Die Meinungen der Finanzwelt zu den Ursachen gehen weit auseinander: Die einen sehen lediglich eine Korrektur, die der Ausgangspunkt zu neuen Höchstkursen sein kann, die anderen befürchten das Platzen der vielleicht größten Blase der Welt. Auf jeden Fall ist der Absturz des Goldpreises in der aktuell verschärften Krisensituation ungewöhnlich.

Es scheint, als ob Gold in der derzeitigen Krise seinen Glanz verliert. Die Anleger flüchten aus allen Anlageklassen und sehen als sichere Häfen nur noch das Thema „Cash“ – und das Geld fließt vorrangig in US-Dollar, da der „Greenback“ nach wie vor die Rolle der Weltleitwährung einnimmt.

Diversifikation als Ausweg

Die Unwägbarkeiten für das Edelmetall nehmen also zu. Außerdem müssen Gold-Anleger Investoren auf eine laufende Verzinsung verzichten. Bedenkt man zudem, dass die Aktienmärkte derzeit Kursausschläge mit Tagesschwankungen erleben, deren Höhe früher fast der gesamten Entwicklung eines Jahres entsprach, und dass die festverzinslichen Wertpapiere mit der Finanzkrise ebenfalls in heftige Kursturbulenzen geraten sind, kann die Devise nur heißen: Streuen, streuen, streuen!

Einzig die Verteilung des Risikos auf eine möglichst breite Zahl von Anlagen kann helfen, sich den extremen Ausschlägen an den Börsen zu entziehen. Die Illusion eines „sicheren Hafens“ – seien dies nun Staatsanleihen oder Gold – sollten Anleger angesichts der täglichen Überraschungen am besten schnell ad acta legen.

Zum Autor: Peter Lackamp ist Prokurist der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

Von: Peter Lackamp

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