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07.11.2011 12:38
Rubrik: Märkte

Max Otte beim Chaos-Jauch-Talk: „Fühle mich sehr wohl mit griechischen Aktien“

Max Otte bei Günther Jauch

Chaos-Tage in Athen – wer will die Griechen jetzt noch retten? So das Thema der gestrigen Talkrunde bei Günther Jauch. Mit dabei: Krisenprophet und Fondsmanager Max Otte, der ein überraschendes Bekenntnis und eine eigentlich selbstverständliche Erkenntnis beitrug.

„Die Politik soll wieder bestimmen, was die Ackermänner machen“, startet Gregor Gysi angriffslustig in die Sendung (in voller Länge) und lässt damit bereits erahnen, dass vom Bundestagsfraktionschef der Linken keine innovativen und konkreten Lösungen der Schuldenkrise zu erwarten sind.

„Sogar Soros sagt das“

Schon witzig, dass Gysi ausgerechnet Hedgefonds-Manager George Soros – mittlerweile der Robin Hood unter den Raffzähnen – am laufendem Band zitierte und die Meinung des "Königs der Hedgefonds" zu seiner machte. Er teile die im Stern-Interview vorgetragene Analyse des Großmeisters der Spekulation voll und ganz: „Sie dürfen Europa nicht kaputtsparen“, bekommt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen eine erste Breitseite ab. „Sogar Soros sagt das.“

Gysi weiter: „Er sagt, auch die deutsche Schuldenbremse ist falsch. Wir müssen den umgekehrten Weg gehen.“ Und sofort klärt Gysi auf: „Und der Soros ist ja nun kein Linker.“ Das wirkt, merkt auch Gysi, und feuert flugs einen weiteren Ratschlag seines neuen Lieblings-Zockers auf von der Leyen ab: „Soros regt jetzt an, in regenerative Energien zu investieren“, um auf- und nicht abzubauen. Mit diesen Worten endet die Gregor-Soros-Salve.

„Sind die 1.000 Milliarden da drin?“

Was den Finanzmärkten denn lieber wäre, fragt Jauch die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl. Wenn Europa Griechenland kraftvoll helfen würde, oder wenn Griechenland aus dem Euro austeigen würde?

Kohl spricht Tacheles: Private Investoren hätten sich längst verzogen, weil in der Schuldenkrise für Politiker nach fünf Tagen nicht mehr gilt, was zuvor fest vereinbart wurde. Deshalb könne auch der Rettungsfonds nicht gehebelt werden. „Sind die 1.000 Milliarden da drin?“, piekst sie in Richtung von der Leyen, um die Antwort gleich hinterherzuschieben: Nein, weil private Investoren nicht bereit sein werden, für eine Absicherung von nur 20 Prozent maroden Staaten Geld zu leihen. 

Von der Leyen aus der Defensive: Die Ansage an Berlusconi beim Euro-Rettungsgipfel habe gewirkt. Sonst hätte Italien nicht akzeptiert, dass der Internationale Währungsfonds jetzt dort die Aufsicht habe, um die Reformen zu überwachen.

"Ich habe ein paar griechische Aktien und fühle mich sehr wohl damit“

Kohl, unbeeindruckt und auf der Suche nach Verbündeten, mit einer rhetorischen Frage an Max Otte: „Herr Otte, würden sie jetzt in Griechenland investieren?“ Otte („In zwei bis drei Jahren ist Griechenland wieder dran”) ganz gelassen: „Ja, ich bin sogar investiert. Ich habe ein paar griechische Aktien und fühle mich sehr wohl damit.“ 

Kohl ist zwar irritiert, lässt sich jedoch nicht beirren und schiebt eine Geschichte hinterher: Es gebe auch Griechen, wie dieser Milliardär, der mit der österreichischen Investorengruppe – der wolle nicht in Griechenland, sondern in Deutschland investieren. Jauch ahnt, von wem die Rede ist: „Der möchte Kaufhof kaufen.“ Kohl wiederholt: „Der möchte Kaufhof kaufen“ und schließt ihre wackelige Beweiskette: Also selbst die Griechen scheuen sich anscheinend davor, in Griechenland zu investieren, weil da überhaupt keine Basis sei, keine Rechtssicherheit.

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