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15.11.2011 11:45
Rubrik: Märkte

„Die Preisentwicklung bei Gold ist sehr stark durch die Marktstimmung bestimmt“

Alexander H. Stütz

Alexander H. Stütz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Portfolio Concept erklärt, welche Herausforderungen das aktuell schwierige Marktumfeld an die Anleger stellt und welche Alternativen es zu der Krisenwährung Gold gibt.

DAS INVESTMENT.com: Aktien haben derzeit bei Privatanlegern keinen guten Ruf. Angesichts der Marktturbulenzen wollen viele ihr Geld in Sicherheit bringen und flüchten in Sachwerte. Zu Recht?

Alexander H. Stütz: Kurzfristig ja. Auf den Aktienmärkten gibt es zurzeit nicht viel Geld zu verdienen. Das quantitative Modell, das wir bei der Verwaltung der beiden vermögensverwaltend gemanagten Fonds Advantage Konservativ OP und Advantage Dynamisch OP verwenden, rät uns bereits seit April, Aktien zu meiden. Denn das Chancen-Risiko-Verhältnis ist aktuell schlecht.

DAS INVESTMENT.com: Wirklich? Schließlich sind viele Aktien momentan ziemlich billig zu haben.

Stütz: Ja, die Bewertungen sind im historischen Vergleich in der Tat sehr niedrig. Dennoch ist Vorsicht angebracht, da die Schuldenkrise in Europa und Amerika sowie die Probleme der Banken sich höchst wahrscheinlich auch auf Unternehmen auswirken werden. Bilanz und Gewinnsituation könnten sich in dem Fall rasch negativ entwickeln. Aktieninvestitionen sind daher zurzeit verhältnismäßig riskant. Die Aktienquote der beiden Fonds haben wir dementsprechend auf Null heruntergefahren. Wir wollen als Fondsmanager nicht auf den Faktor Hoffnung setzen, sondern halten uns konsequent an unseren systematischen Ansatz.

DAS INVESTMENT.com:
Ist Gold da die bessere Alternative?

Stütz: Nicht unbedingt. Die Preisentwicklung bei Gold ist zurzeit sehr stark durch die Marktstimmung und weniger durch die tatsächliche Nachfrage bestimmt. Außerdem ist Gold nur bedingt als Geldanlageform geeignet, da es zwar das Vermögen gegen Inflation sichern kann, aber keine Erträge bietet. Da gibt es bessere Sachwerte.

DAS INVESTMENT.com: Zum Beispiel?

Stütz: Immobilien sind eine Alternative mit Substanz. Wer sie als Kapitalanlage nutzt und auch vermietet bekommt, kann regelmäßige Erträge vereinnahmen. Das ist das, was Anleger jetzt suchen. Allerdings schrecken viele vor dem Aufwand und Ärger zurück, der mit der Vermietung verbunden sein kann. Auch Kunst oder Schmuck können lohnende Investments sein, da sie unabhängig von Konjunkturzyklen sind und nicht an globalen Märkten gehandelt werden. Jedoch sollten sich Anleger damit auskennen beziehungsweise einen guten und vor allem unabhängigen Experten hinzuziehen. Das kommt nicht für jedermann in Frage.

DAS INVESTMENT.com: Und welche Anlageklassen finden Sie derzeit noch attraktiv?

Stütz: Anleihen aus Schwellenmärkten. eignen sich auch als Beimischung für defensive Portfolios. Was ihre Zahlungsfähigkeit betrifft, sind die Schwellenländer derzeit besser aufgestellt als viele Industrieländer. Wer auf Papiere in lokalen Währungen setzt, kann zudem auf Währungsgewinne setzen. Auch Staatsanleihen und Währungen aus Nordeuropa, zum Beispiel aus Norwegen und Schweden, sind relativ krisensicher. Allerdings halten sich die Erträge bei diesen Anlagen in Grenzen. Für die meisten Anleger ist eine direkte Investition in verschiedene Anlageklassen nur schwer zu bewerkstelligen, da dies mit einem großen Aufwand verbunden ist. Zudem ifehlt vielen Privatanlegern die entsprechende Expertise für die gekonnte Asset Allokation. Eine Alternative bieten beispielsweise vermögensverwaltend gemanagte Fonds: Sie gewährleisten eine hohe Diversifikation im Portfolio plus die unabhängige Beratung eines Experten.

Von: Svetlana Kerschner

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